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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Besonnenheit

Konzerte werden abgesagt, Schulen schließen, es gibt „Geisterspiele“ im Fußball, Reisen sind eingeschränkt, Grenzen geschlossen. Corona lähmt das öffentliche Leben inzwischen auch bei uns. Jede und jeder macht sich Gedanken.

Wie Dominosteine purzeln zur Zeit die Absagen von Veranstaltungen auch in der Kirche: die Einladung zum Gebet aber bleibt (Foto: J. Gerhardt) Wie Dominosteine purzeln zur Zeit die Absagen von Veranstaltungen auch in der Kirche: die Einladung zum Gebet aber bleibt (Foto: J. Gerhardt)

Es kann schwerfallen, diese Situation auszuhalten. Gerade weil wir es gewohnt sind, in vergleichsweise stabiler Sicherheit zu leben. Jetzt gerät vieles durcheinander.

 

Es ist wichtig, die Bedrohung ernst zu nehmen. Es ist gut, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Ich schüttele keine Hände mehr. Der „buddhischte Gruß“ mit den gefalteten Händen vor der Brust tut es auch und er tut es gut, auch christlich.

 

Angst und Hysterie sind allerdings keine guten Ratgeber. Ich denke in diesen Tagen oft an den Bibelsatz: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus Kap. 1, Vers 7) Ein Mut-Mach-Wort für die ersten Christen, die sich in einer ihnen höchst feindlich gesinnten Gesellschaft behaupten mussten.

 

Das ist mit uns heute nicht vergleichbar und doch ein hilfreiches Wort. Besonnenheit hilft, Gedanken zu sortieren. Ich möchte nicht, dass mich die Furcht überkommt, sondern mit möglichst klarem Blick erkennen, was dran ist. Dabei geht es nicht nur um mich, sondern auch darum, wo ich andere bestärken und sie schützen kann.

 

Menschen verhalten sich in Krisenzeiten, während Kriegen und Seuchen, sehr viel vernünftiger und solidarischer als man das gemeinhin erwartet, so eine Beobachtung von Historikern. Wir Menschen sind eben doch soziale Wesen. Gerade in unsicheren Zeiten. Voraussetzung sind allerdings: Kraft, Liebe und Besonnenheit. 

Joachim Gerhardt

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Ein geistlicher Impuls

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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14.03.2020



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