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Aus Liebe

„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ In diesem Satz des Vaters gipfelt die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ in der Bibel. Es ist toll, wenn eine schwierige Familiengeschichte so heilt, dass nach Jahren der Entfremdung und Distanz ein Vater einen solchen Satz sagen kann.

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Losung für den 10.08.2020

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Das aktuelle „Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Von guten Mächten

Es gibt Worte, die einen ein Leben lang begleiten.

„Lass warm und hell die Kerzen heute flammen...": Dierich Bonhoeffer zum Jahreswechsel 1944/45 (Foto: J. Gerhardt) „Lass warm und hell die Kerzen heute flammen...": Dierich Bonhoeffer zum Jahreswechsel 1944/45 (Foto: J. Gerhardt)

Dazu gehören für mich „Von guten Mächten wunderbar geborgen / erwarten wir getrost was kommen mag. / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

 

Der Pfarrer Dietrich Bonhoeffer schrieb dieses Gedicht zum Jahreswechsel 1944/45 in der Berlin Gestapo-Haft an seine Verlobte und Familie. Es ist der letzte von ihm erhaltene theologische Text. Bonhoeffer   zählte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und setzte sich – als einer der wenigen Theologen seiner Zeit – auch entschieden für die Juden ein. Gleich im Frühjahr 1933, nach der Machtergreifung  Hitlers, machte er in einem Vortrag „Die Kirche vor der Judenfrage“ deutlich: Christen dürften im Widerstand gegen Unrecht nicht nur „die Opfer unter dem Rad verbinden“, sondern sollten „dem Rad in die Speichen fallen“!

 

Der evangelische Theologe ist für mich eines der stärksten Vorbilder, wie Glauben, Weltverantwortung und Mitmenschlichkeit zusammen gehören. „Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.“ Bonhoeffer hatte den Tod vor Augen als er diese Verse schrieb. Unglaublich, welche Zuversicht, welche innere Freiheit Menschen aus dem Glauben schöpfen können und die Kraft, diese Zuversicht mit anderen zu teilen.

 

Das ist 75 Jahre her. Wir denken diese Woche an Bonhoeffers Geburtstag (4. Februar 1906). In der Morgendämmerung des 9. April 1945 wurde er im bayerischen KZ Flossenbürg von den Nazis erhängt. Seine Worte bleiben lebendig. „Noch will das alte unsre Herzen quälen, / noch drückt uns böser Tage schwere Last. / Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen / das Heil, für das du uns geschaffen hast.“

Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Ein geistlicher Impuls

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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01.02.2020



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