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Losung für den 21.10.2020

Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes. 1.Könige 19,5.8

Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 2.Korinther 4,7

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Heilsame Stille

Irgendwo oben am Berg kommt plötzlich das Schild: „Hier letztmaliger Handyempfang“. Gnadenlos eindeutig. Es markiert eine Grenze. Hier hört das Leben auf.

Im Gebirge: Das Schild markiert eine Grenze – doch das Leben dahinter geht weiter (Foto: J. Gerhardt LupeIm Gebirge: Das Schild markiert eine Grenze – doch das Leben dahinter geht weiter (Foto: J. Gerhardt

Nervös kramen alle in unserer Wandergruppe ihr Smartphone heraus. Noch einmal kurz die Nachrichten checken. Ein letzter Gruß an die Lieben daheim.

Das Handy ist längst auch in meiner Generation Teil der Persönlichkeit, Inbegriff einer Grenzenlos-erreichbar-Gesellschaft. Ich sage das ohne Kritik. Wie hilf-, fast segensreich hat sich das Smartphone gerade in den letzten Corona-Monaten erwiesen. Es hat uns verbunden, wo Distanzierung angesagt war. – Nun ist es aus. Hier oben am Ende des Ötztals in Tirol auf 2500 Höhenmetern. Wenn man nicht mehr erreichbar ist, muss man sich neu sortieren. Ungewohnt, wo gibt es das noch mitten in Europa?

Nach dem Schreck wächst die Einsicht, dass es auch mal guttut, abzuschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Alles hat seine Zeit“ heißt es in der Bibel beim weisen Prediger Salomo im Alten Testament. Jetzt ist hier oben die Zeit der Stille. Zeit der Besinnung. Drei Tage verbringen wir am Berg, alle irgendwie erschöpft von den Herausforderungen der letzten Wochen. Die Stille, die durch Corona ausgelöst wurde, kann auch sehr bedrückend sein – hier oben in die Bergen wirkt sie anders. Wie heilsam ist es, wenn die Alltagsgeräusche, jedes Surren, Piepen, Klingeln und Vibrieren verstummt sind.

„Gott spricht in der Stille“ sagt ein Sprichwort. Hier versteht man, was damit gemeint ist. Stille öffnet die Seele. Ja, „alles hat seine Zeit“. – Nach drei Tagen beginnt auch wieder die Zeit der mobilen Erreichbarkeit. Doch die Tage zuvor waren ein Geschenk. Ich möchte an diesen Ort zurückkommen und hoffe, dass das Schild dann immer noch steht. Mit der Erfahrung, dass das Leben auch dahinter wunderbar weitergeht.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Geistlicher Impuls zum Sonntag

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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18.07.2020



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