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Weihnachts-Predigten in Bonn und der Region 2005:

"Der Mensch ist nicht alleine gelassen"

Am Heiligen Abend feiern die christlichen Kirchen in Bonn rund 200 Gottesdienste. Allein in den evangelischen Kirchen finden 84 Gottesdienste statt. Hier lesen sie erste Auszüge aus den Weihnachtspredigten 2005 in Bonn und der Region:

Weihnachtliche Töne über Bonn. (Foto: Wolfgang Sauer) Weihnachtliche Töne über Bonn. (Foto: Wolfgang Sauer)

„Fürchtet euch nicht; ihr seid nicht allein gelassen. Gott steht ganz auf eurer Seite.“ Das ist für den Bonner Superintendenten Eckart Wüster die zentrale Botschaft von Weihnachten. „Doch einfach einleuchtend ist die Zusage Gottes nicht, auch wenn ich sie schon dutzende Mal gehört hat“, so Wüster in seiner Predigt am Heiligen Abend in der Dreieinigkeitskirche in Hersel (17.00 Uhr).

„Die Weihnachtsbotschaft ist manchmal wie eine Nuss, deren äußere Schale man öffnen muss, um zum Kern vorzudringen. Nur wer sich diese Mühe macht, der wird auch die Erfüllung finden, nach der er sich sehnt. Das heißt: Nur wer sich in den vielen kleinen Dingen des Alltags langsam vortastet zu mehr Einfühlungsvermögen, zu mehr Verständnis, zu mehr Liebe, zu mehr Solidarität, der wird erfahren, was es bedeutet, dass Gott auf seiner Seite steht. Wenn wir uns aber auf diese Weise langsam verändern und verändern lassen, dann wird auch unsere Gesellschaft nach und nach wieder ein menschlicheres Gesicht erhalten, als sie es heute oftmals hat“, so Superintendent Wüster.

Aus Weihnachten wächst der Mut für die Zukunft

Für Wolfgang Harnisch, stellvertretender Bonner Superintendent und Pfarrer der Johanniskirchengemeinde Bonn-Duisdorf, „schenkt Weihnachten uns Menschen den Mut zum Aufbruch“. In seiner Predigt im Martin-Bucer-Haus in Medinghoven (18.00 Uhr) erinnert Harnisch „an die Weisen aus dem Morgenland, die aufbrechen, weil sie den Stern gesehen haben. An die Hirten auf dem Feld, die sich aufmachen, um die Geschichte zu sehen, die da geschehen ist, wie es in der Weihnachtsgeschichte heißt. Der Mut zum Aufbruch wächst aus der Verheißung, dass Gott auf uns zukommt. Weil Gott es gut mit uns meint, können wir Sorgen und Probleme in einem neuen Licht sehen und anders damit umgehen. Weihnachten gibt Mut für die Zukunft“, betont Pfarrer Harnisch.

 

An der Krippe: Maria und das Jesuskind in einer Fensterdarstellung in der evangelischen Kreuzkirche am Kaiserplatz. (Foto: Archiv) LupeAn der Krippe: Maria und das Jesuskind in einer Fensterdarstellung in der evangelischen Kreuzkirche am Kaiserplatz. (Foto: Archiv)

Weihnachten ehrt die Menschen

Laut Christian Werner, Pfarrer in Bad Godesberg und stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel, sind „die vielen Menschen, die nach wie vor am Heiligen Abend in die Kirchen strömen, Hinweis auf eine Ahnung, dass sich in der Heiligen Nacht etwas ungewöhnlich Großartiges für sie persönlich ereignet haben muss. Weihnachten macht vor niemandem halt. Das Fest ehrt uns. Weil Gott sich nicht zu gut ist, mitten hinein in unser beschädigtes Leben zu kommen, in eine Welt, in der die Verzweiflung steigt“, predigt Werner in der Marienforster Kirche in Godesberg (17.00 Uhr) und er ruft dazu auf: „Lasst uns Spuren dieser rettenden Liebe Gottes auch in das Leben anderer Menschen bringen und so einander Ehre erweisen.“

Nächtliche Überraschung: Evangelische Bläser vom katholischen Turm

Erstmalig spielen am Heiligen Abend um 24.00 Uhr die evangelischen Bläser der Bonner Lutherkirche unter Leitung von Ulrich Scharf Weihnachts-Choräle vom Turm der katholischen Schwesterkirche St. Sebastian (Kirschallee) in Poppelsdorf. Für den dortigen katholischen Pfarrer Bernd Kemmerling ist das sicherlich weithin hörbare Konzert „ein wunderbares ökumenisches Zeichen“. Zugleich mache es deutlich: „Die Weihnachtsbotschaft richtet sich nicht nur an alle Christen, sondern an alle Menschen“, so Kemmerling. Vor allem in Süddeutschland haben die Turm-Posaunen in der Christnacht Tradition. Wie die Hirten auf dem Felde sollen sie, den Engeln gleich, die Menschen mit der frohen Botschaft vom Kind in der Krippe überraschen. 

 

 

Joachim Gerhardt /

 


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