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Kreissynode Bonn tagt am Wochenende:

Innovation - nicht schnöder Mammon

Am Samstag (21. Mai) tagt die Synode des Kirchenkreises Bonn, das Kirchenparlament der evangelischen Christen in Bonn. Auf der Tagesordnung steht etwas, was modern klingt, im Kern aber urchristlich ist: Fundraising. Die Beratungen sind öffentlich.

Mancher mag sich beklagen, wenn die Einnahmen zurückgehen. Manchen mag es lähmen. Andere fühlen sich erst Recht herausgefordert, nach neuen Geldquellen zu suchen. So der Kirchenkreis Bonn, dessen Frühjahrssynode am Samstag, 21. Mai 2005, von 9.00 bis etwa 13.00 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche (Adenauerallee 37) in Bonn sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Fundraising“ beschäftigt. Was so modern klingt ist für Superintendent Eckart Wüster „ein urchristliches Anliegen“: das Werben von Unterstützern und das Sammeln von Spenden für die eigenen Aufgaben und die Arbeit, die wiederum so vielen anderen zu Gute kommt. Zugleich verbindet Wüster mit dem Thema aber ausdrücklich den Dank, an die vielen, die mit ihrer Kirchensteuer unverändert dafür Sorge tragen, dass die Kirchen ihren seelsorgerlichen und diakonischen Dienst tun können. „Die Kirchensteuer wird auch weiterhin der wichtigste Faktor unserer Finanzierung bleiben“, betont Wüster. Nun wird diese tragende Säule zunehmend dünner. Weniger auf Grund der Kirchenaustritte (in Bonn treten derzeit sogar mehr Menschen in die evangelische Kirche ein als aus) als durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung und die steuerpolitisch tendenziell sinkenden Lohn- und Einkommenssteuer, an die auch die Kirchensteuer gekoppelt ist.
Um den urchristlichen Geist des „Fundraising“ in Bonn Raum zu schaffen, ist für die Kreissynode ein besonderer Gast eingeladen worden: Paul Dalby, Chef-Fundraiser der größten evangelischen Kirche in Deutschland, der Hannoverschen Landeskirche. Dalby hat dort innerhalb weniger Jahre ein erfolgreiches Netz von Fundraising-Projekten geschaffen und wird davon berichten. Mit Spannung wird erwartet, in wie weit sich die Einrichtungen und Gemeinden im Kirchenkreis Bonn die Anregungen zu Eigen machen.
Superintendent Wüster: „Kirche redet ungern vom Geld, schnell ist nur vom schnöden Mammon die Rede.“ Für ihn ist Fundraising aber vor allem „ein Frage der Innovation“ und er weiß, dass viele Menschen durchaus bereit sind, die Kirche und ihre Arbeit für das Gemeinwesen sowie ihre Wertevermittlung zu unterstützen. „Die Menschen wollen aber zu Recht wissen, was genau sie unterstützen können.“
 
Die Bonner Kirchenleitung, der Kreissynodalvorstand (KSV), hat daher schon eine Beschlussvorlage in der Schublade: Demnach soll auch in Bonn auf Provisionsbasis ein Fundraiser angestellt werden. Zudem wird die Landessynode gebeten, ein Konzept zu erarbeiten, das weite Feld des Fundraising landeskirchenweit zu professionalisieren. Passend zum Thema liegt den Synodalen auch die Satzung der neuen Diakonie-Stiftung des gemeinsamen Diakonischen Werks der Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel zur Verabschiedung vor.
Das Kirchenparlament setzt sich zusammen aus 80 Vertretern aus den zehn Gemeinden des Kirchenkreises, aus Bonn, Bornheim, Alfter und Hersel, sowie aus zwölf berufenen Mitglie-dern aus Gesellschaft und Politik. Die Beratungen sind wie immer öffentlich.

 

 

 

Joachim Gerhardt /

 


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