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Osterpredigten 2007 in Bonn:

"Das Leben neu entdecken"

In ihren Predigten zu Karfreitag und Ostern betonten die Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis Bonn die Bedeutung von Tod und Auferstehung Jesu für den christlichen Glauben. Bundespräsident Köhler feierte mit seiner Familie Ostern in der Lutherkirche.

Laut Kreuzkirchenpfarrer Gerhard Schäfer ist die Osterbotschaft „mehr als nur die Nachricht von einem Leben nach dem Tode.“ Davon sprächen viele große Weltreligionen auf ihre jeweils ganz unterschiedliche Weise, vom Buddhismus bis zum Islam. „Der Osterbotschaft geht es darum, dass es jetzt schon, in diesem Leben, zur Auferstehung kommt: Zur Auferstehung aus den Gräbern der Angst und der Hoffnungslosigkeit, der Orientierungslosigkeit, auch der Maßlosigkeit, an deren Folgen Mensch und Natur immer mehr leiden. Ostern wird es da, wo Menschen jetzt schon das Leben neu entdecken“, predigte der Pfarrer der Bonner Innenstadtgemeinde in der Osternacht, am Ostersonntagmorgen in der größten evangelischen Kirche im Rheinland.

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt erinnerte in seiner Osterbotschaft an die ersten Jünger, die von sich sagten: „Wir können unmöglich schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben“. (Apostelgeschichte, Kap. 4, Vers 20). Fast 2000 Jahre nach den Ostereignissen in Jerusalem seien die Menschen heute oft seltsam ratlos und stumm, wenn es darum gehe, biblische Geschichten sowie vom eigenen Glauben und der Lebenshoffnung zu erzählen, so Pfarrer Gerhardt. „Der christliche Glauben lebt aber von diesem Erzählen, den eigenen Kindern, den Freunden, den Nachbarn, den Kollegen. Und genau deshalb sind die Ostertage Feiertage, weil sie uns dazu einladen und ermuntern wollen.“

In seiner Predigt zu Karfreitag, dem für viele Protestanten höchsten Feiertag, hob der Bonner Superintendent Eckart Wüster die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu für den christlichen Glauben hervor. „Das Sterben Jesu ist die logische Konsequenz von Weihnachten: Gott wurde Mensch“, predigte Wüster im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Poppelsdorfer Lutherkirche, der vom WDR-Hörfunk und dem Deutschlandfunk bundesweit live übertragen wurde. Wie kein anderer Tag erinnere Karfreitag daran, „dass es menschliches Leben nicht ohne Leiden und Sterben gibt und dass sich Gott den Schattenseiten des Menschseins nicht entzieht“.

Hoher Besuch übrigens in der Poppelsdorfer Lutherkirche am Ostersonntag: Bundespräsident Horst Köhler war mit seiner Familie "ganz privat" gekommen, um den Gottesdienst mitzufeiern. Nach dem Festgottesdienst mit Bläsern unter Leitung von Ulrich Scharf und Berthold Wicke an der Orgel freute sich Horst Köhler wie alle Gemeindeglieder am Ausgang über eine kleine Ostergabe: ein buntes Osterei aus den Händen von Pfarrerin Ulrike Veermann.

 

 

 

 

ger / 08.04.2007

 


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