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Zur Diskussion um einen dritten Bonner Stadtheiligen:

Wüster: Sind nicht alle Christen heilig?

Braucht Bonn einen dritten Stadtheiligen? Die Initiative der Gemeinde St. Peter in Vilich, aufgegriffen von den Ratsparteien, hat eine lebhafte Diskussion um die "Heilige Adelheid" aus Pützchen ausgelöst. Superintendent Eckart Wüster gibt zu bedenken:

Superintendent Eckart Wüster spricht für die Bonner Protestanten. Fast jeder vierte Bonner ist evangelisch. (Foto: J. Gerhardt) Superintendent Eckart Wüster spricht für die Bonner Protestanten. Fast jeder vierte Bonner ist evangelisch. (Foto: J. Gerhardt)

"Natürlich ist es auch für uns evangelische Christen gut und hilfreich, in das Leben vorbildlicher Menschen und Christen hineinzusehen und sich damit Orientierung für das eigene Leben zu holen. Dabei sei nur am Rande vermerkt, dass dabei die evangelische Kirchegeschichte nicht erst mit der Reformation beginnt, sondern wie bei allen christlichen Kirchen natürlich bis auf die biblischen Anfänge zurückreicht. Deshalb ist es durchaus auch sinnvoll, das Leben der heiligen Adelheid zu betrachten.

Unsere Anfragen entstehen bei der Frage, ob solche Heilige in besonderer Weise verehrt werden sollen und können und vor allem: Können solche Heiligen uns heute beschützen? Evangelische Position ist dabei: Der geglaubte Schutz Gottes ist für uns voll und ganz ausreichend; wir sprechen in dieser Hinsicht den Heiligen keine besonderen Fähigkeiten zu, denn sie waren - wenn auch besondere, so doch ganz "normale" Menschen.

Aus biblischer Sicht muss man sagen: Paulus spricht alle Christen in Rom als Heilige an. "Heilig" ist nach biblischem, evangelischem Verständnis der, der zu Gott gehört.
So gesehen ist uns evangelischen Christen die Vorstellung von Schutzpatronen fremd. Aber wir wissen natürlich, dass dies vor allem unsere katholischen Schwestern und Brüder anders sehen und glauben. Das möchten wir akzeptieren und tolerieren.

Ob der Rat der Stadt Bonn dann für alle Bonner und Bonnerinnen spricht, ist eine andere Frage. Zumal wir bei dieser Frage an die Moslems, die anderen Religionen und auch an diejenigen denken müssen, die keiner Kirche und keiner Religionsgemeinschaft angehören. Ob diese Menschen sich von der Heiligen Adelheid oder von Florentius und Cassius beschützt glauben, wage ich zu bezweifeln. Aber auch für diese Menschen kann es durchaus sinnvoll sein, das Leben dieser "Powerfrau", wie es der Express schreibt, zu betrachten."

 

 

 

ger /

 


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