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Pfarrkonventsfahrt Bonn-Nauen nach London:

Eine Reise mit vielen Facetten

London war das Ziel einer bemerkenswerten Partnerschaftsreise der Pfarrkonvente aus Nauen und Bonn im April. Im Mittelpunkt der Reise auf eigene Kosten stand der Besuch von Citykirchenprojekten. Pfarrer Jürgen Faber berichtet:

Im Zentrum Londons: Pfarrer Axel von Dobbeler kennt den Weg. (Foto: Joachim Gerhardt) LupeIm Zentrum Londons: Pfarrer Axel von Dobbeler kennt den Weg. (Foto: Joachim Gerhardt)

„Was müssen die sich denn immer noch treffen? Und diesmal sogar in London?“ Fragen, die man den Kirchenkreisen Bonn und Nauen-Rathenow stellen könnte. Die Zeit einer West-Ost Partnerschaft ist doch seit 1989 nun wirklich vorbei! Aber: Dass sich 25 Teilnehmer/innen aus „Ost“ und „West“ auf den nicht unbeschwerlichen Weg gemacht haben, um miteinander und voneinander  zu lernen, das war nicht eine geplante Sightseeing-Tour.
Die alte Partnerschaft lebt weiter mit vielen neuen Gesichtern, mit neuer Freundschaft und der abschliessenden Beteuerung: Das muss weitergehen. Wir müssen uns wiedersehen. Wo? Das wird sich noch finden. Aber sicher  erst einmal im nächsten Jahr im Havelland. Viele „Wessis“ kennen die kirchlichen Aktivitäten in den dörflichen Strukturen dort überhaupt noch nicht.  Auf jeden Fall: Die Menschen haben sich verbunden gefühlt. Fühlten sich durch die Begegnungen gestärkt für den Alltag. 
Von Donnerstag 10. bis Montag, 14. April war unter der Leitung des emeritierten Landeskirchenrats Klaus Teschner ein Programm  erlebt worden, das von allen TeilnehmerInnen ausserordentlich dicht erlebt wurde.


 

 

Superintendent Eckart Wüster (l.) und Synodalassessor Wolfgang Harnisch (r.) im Gespräch mit Father Julian, anglikanischer Franziskanermönch. (Foto: J.Gerhardt) LupeSuperintendent Eckart Wüster (l.) und Synodalassessor Wolfgang Harnisch (r.) im Gespräch mit Father Julian, anglikanischer Franziskanermönch. (Foto: J.Gerhardt)

Stationen in Stichworten: Unterbringung  im Haus der Deutschen Katholischen Mission (Wynfried House) in London. Besuch im Bankenviertel in St. Helen’s Bishopsgate: Dort lunchen die Banker in ihren „Konfirmationsanzügen“ und hören sich in der Mittagpause eine Predigt an. (Thema diesmal: „Kirche und Sex“).
Am Sonntagmorgen: Besuch in Westminster Abbey  mit einer eindrucksvollen Messe, während draussen der London-Marathon vorbeiflutete, St.Pauls Cathedral am Sonntagnachmittag mit „The stations fo the resurrection (Musik und Lesungen zur Osterzeit).
Die  Kontrastprogramme: Das Haus der „Helping Hands“ – getragen von Franziskanern der Anglikanischen Kirche. Leiter: Pater Julian, –  augenblicklich unterstützt von dem deutschen Zivi Jossekin Beilharz, Sohn des ehemaligen Bonner Generalintendanten.           
Besuch auf einem „Kirchenschiff“ am West-India-Quai, wo  Banker zu den christlichen „Kunden“ von Reverend Marcus Nodder zählen. Und übrigens: Was aus einer dekonsekrierten= umgewidmeten Kirche werden kann, zeigte ein Besuch in Old St.Luke’s. Manager John Mc Neill führte u.a. durch ein Dachbodenbüro mit vielen kleinen Computerplätzen und durch ein Cafe. Die Kirche ist äusserlich erhalten, von innen ganz umgebaut, so entstanden viele Arbeitskojen auf dem Dachboden, die für monatlich 60 britischen Pfund gemietet werden können und besonders nahezu Mittellosen eine Arbeitsmöglichkeit mit Computer schaffen.
Was die englische Kirche überlegt in einer Situation, in der die Entkirchlichung Fortschritte macht, wo die finanzielle Decke mangels Kirchensteuern einfach zu kurz ist, das brachte   Bischof  Finney mit einer Multimedienschau eindrucksvoll  im Church House der anglikanischen Kirche zur Sprache.
Was wird aus der evangelischen Kirche in Deutschland? In Bonn? In Brandenburg? Ist es eine Frage mangelnder Übersetzungsfähigkeit der PfarrerInnen oder – eher grundlegend gefragt: Ist es eine Frage des „Was“ – der christlichen Botschaft!? Der englische Bischof führte aus, dass bald kaum noch jemand etwas von der christlichen Botschaft weiss: Heute wären 70 Prozent der Engländer mit Fragen nach biblischen (oder kirchlichen)Themen total überfragt.  Deutsche Quizsendungen bestätigen das wohl auch für unser Land .
Statt Resignation war jedoch eher Aufbruch  angesagt: Viele Ideen und Anregungen, was möglich ist, können und werden angestellt werden müssen. Und da ist gegenseitige Hilfe vonnöten.

Autor: Jürgen Faber

 

Nach dem Gottesdienst trifft sich ein Teil der Gruppe auf den Stufen vor St. Paul. (Foto: J.Gerhardt) LupeNach dem Gottesdienst trifft sich ein Teil der Gruppe auf den Stufen vor St. Paul. (Foto: J.Gerhardt)

 

 


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