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Reformationstag 2008 in Bonn:

Kardinal Lehmann predigt in der Kreuzkirche

Zum Reformationstag 2008 setzen die Bonner Protestanten ein ökumenisches Ausrufezeichen. Prominenter Gastprediger der zentralen Reformationsfeier am Freitag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr in der Kreuzkirche am Kaiserplatz ist Kardinal Karl Lehmann.

Ein Mann der Ökumene, der die katholische Kirche in den vergangenen Jahren geprägt hat und viele Brücken gebaut hat: Kardinal Karl Lehmann. (Foto: Bistum Mainz) Ein Mann der Ökumene, der die katholische Kirche in den vergangenen Jahren geprägt hat und viele Brücken gebaut hat: Kardinal Karl Lehmann. (Foto: Bistum Mainz)

Das Motto der Bonner Reformationsfeier 2008 in der Kreuzkirche am Kaiserplatz lautet "Um der Wahrheit willen". Kardinal Lehmann, Mainzer Bischof und langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, predigt über 1. Korintherbrief Kapitel 11, Vers 19: "Denn es müssen ja Spaltungen unter euch sein, damit die Rechtschaffenen unter euch offenbar werden." Der zentrale Bonner Festgottesdienst zum Reformationstag wird musikalisch gestaltet vom Kammerchor VOX BONA und dem Orchester der Kreuzkirche unter Leitung von Karin Freist-Wissing mit Reformationschorälen sowie Aufführung der Kantate "Gott der Herr ist Sonn und Schild" von Johann Sebastian Bach. Bach hat die Kantate eigens zum Reformationsfest geschrieben. An der Orgel Kreuzkirchenorganist Stefan Horz. Die Liturgie feiert Superintendent Eckart Wüster.

Anschließend lädt der Kreissynodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Bonn zum öffentlichen Jahresempfang der Evangelischen Kirche in die Krypta der Kreuzkirche. Zur stimmungsvollen Begrüßung aller Gäste aus Bonn und der Region spielen zum Auftakt der Reformationsfeier ab 19.15 Uhr die Bonner Lutherkirchen-Bläser unter Leitung von Posaunenwart Ulrich Scharf Choräle vom Turm der Kreuzkirche.

UNSER SERVICE: Die Predigt von Bischof Karl Kardinal Lehmann finden Sie in der Schriftfassung zm Download unten auf dieser Seite!

 

 

Es stand auf Messers Schneide und die Bonner Region wäre damals evangelisch geworden. Doch Martin Luther (Foto) blieb auch trotz Gegenreformation präsent im Rheinland. Es stand auf Messers Schneide und die Bonner Region wäre damals evangelisch geworden. Doch Martin Luther (Foto) blieb auch trotz Gegenreformation präsent im Rheinland.

Das aktuelle Stichwort: Die Reformation in Bonn und der Region

Am Reformationstag, alljährlich am 31. Oktober, erinnern die Protestanten weltweit an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Auch Bonn blickt auf eine wechselhafte Reformationsgeschichte zurück. Schon früh, wenn auch nur gegen den entschiedenen Wider-stand der katholischen Herrscher im Reich, konnten die Gedanken des Wittenberger Reformators in die Region Köln und Bonn einziehen. Das historische Schlüsseljahr ist 1542, als der katholische Erzbischof, Kurfürst Hermann von Wied, auf die Seite der Reformation wechselte. Er berief den Straßburger Reformator Martin Bucer und wenig später auch den engsten Weggefährten Luthers, Philipp Melanchthon, aus Wittenberg nach Bonn.

Philipp Melanchthon blieb drei Monate, Martin Bucer sogar ein dreiviertel Jahr am Rhein. In dieser Zeit predigte Bucer im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse. Die beiden Theologen Melanchthon und Bucer underarbeiteten unter dem Titel „Einfältiges Bedenken“ die Programmschrift der Kölner Reformation.
 
Bis zum Einsetzen der Gegenreformation und der Absetzung des Kurfürsten Hermann 1547 bestand in Bonn eine evangelische Gemeinde mit mehreren Pfarrern. Die Gemeinde musste anschließend in den Untergrund gehen. Die älteste nicht auf kurkölschem Gebiet liegende und daher nahezu ununterbrochen lebendige evangelische Gemeinde im Bonner Raum ist die Kirchengemeinde Oberkassel. Hier findet sich auch die älteste evangelische Kirche der Region, die kleine gelb gestrichene Kapelle im Zentrum Oberkassels direkt an der alten B 42 aus dem Jahr 1683.

Ausgangspunkt der Reformation weltweit sind die berühmten „95 Thesen“, mit denen der damalige Augustinermönch Luther seinen theologischen und seelsorgerlichen Protest gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche äußerte. Durch den Verkauf der so genannten Ablassbriefe wollte diese damals vor allem Geld für den Bau des Petersdoms in Rom einnehmen.

Ob Martin Luther seine Thesen tatsächlich an das Portal der Wittenberger Schloßkirche schlug, ist historisch nicht gesichert. Nageleinschläge im Tor zeugen aber bis heute von dem legendären Ereignis. Ein weiteres Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel. Dafür übersetzte der Reformator die Heilige Schrift erstmals vollständig in die deutsche Sprache.

Heute ist in Bonn fast jeder vierte Bürger evangelisch, jeder zweite katholisch. Damit ist Bonn eine der protestantischsten Städte im katholischen Rheinland.


 

 

Aktuelles Plakatmotiv zur Bonner Reformationsfeier 2008. (Layout: J.Gerhardt) LupeAktuelles Plakatmotiv zur Bonner Reformationsfeier 2008. (Layout: J.Gerhardt)

Alle Gottesdienste zum Reformationstag 2008 bundesweit finden Sie: http://www.reformationsgottesdienste.de/.

 

Joachim Gerhardt /

 


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