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Neues Buch von Hidir Eren Celik:

Von persönlichen Träumen und politischen Wirren

„Papa, sind wir Deutsche, Kurden oder Türken?“ Die Frage seines Sohnes hat Hidir Eren Celiks tief bewegt. Sie ist eine Schlüsselstelle in seiner neuen autobiographischen Erzählung „Der Fluss meiner Träume – Lebensreise eines Wanderers“.

Das neueste Werk von Hidir Celik: Ein Buch, das die Kulturen verbindet. LupeDas neueste Werk von Hidir Celik: Ein Buch, das die Kulturen verbindet.

Die Frage nach der eigenen Herkunft ist für Celik Anlass, seine Erfahrungen und Erlebnisse in den politischen Wirren der Türkei für seine Kinder festzuhalten. „Richtig mitgefühlt“ habe er beim Lesen, sagt Pfarrer Burkhard Müller, langjähriger Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn bei der Buchvorstellung Anfang Juni in der Internationalen Begegnungsstätte der Bundesstadt Bonn. Das Buch sei Zeugnis „des schweren Kampfes für Celiks Familie, weil man sich nicht von dem eigenen Heimatland lösen wollte aber aus wirtschaftlicher Not lösen musste.“

Doch enthält das Buch nicht nur die Migrationserlebnisse von Hidir Celik, sondern stellt sich kritisch politisch Fragen wie nach dem Genozid an den Armeniern und der Religionsfreiheit in der Türkei. Für Pfarrer Müller besitzt Celiks Werk nicht nur Träume und Wünsche, sondern vermittelt auch Auseinandersetzung mit politischen Themen. „Es wird ein reformierter Islam benötigt, der stärker in die heutige Zeit passt.“ Celiks Buch verlange die Auseinandersetzung mit den religiösen wie auch mit den kulturellen Türken, so Müller.

Doch warum aus der persönlichen Lebensgeschichte ein Buch für die Öffentlichkeit machen, fragte Alt-Superintendent Pfarrer Burkhard Müller den Bonner Autoren, der 1978 mit 18 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Hidir Celik: „Ich will Erlebtes anderen mitteilen und sagen, wie es war. Ich will Zeitgeschichte festhalten.“ Zum Beispiel wie er sieben lange Jahre mit den türkischen Behörden kämpfte, um deutscher Staatsbürger zu werden.

„Bücher dieser Art können Menschen zusammenbringen“, sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn, Coletta Manemann. Für Dr. Karin Clark, Beauftragte des Chair des International P.E.N. Writers in Prison Committee aus London „vertraut uns diese sehr persönliche Erzählung eine fremde Welt an und regt doch an, sich mit seiner eigenen zu beschäftigen.“ Alles Aussagen, die Autor Hidir Eren Celiks erfreut haben. Beabsichtigt er mit seinem neusten Buch doch „den kulturellen Austausch und das Lernen, auch mit fremden Kulturen umzugehen, zu fördern“.

Spontane Zustimmung bereits im Publikum bei der Vorstellung. Ein aufmerksamer Zuhörer fasste persönlich sehr angesprochen zusammen: „Ich habe mich als Grieche sehr oft in Ihren Erzählungen wiedergefunden.“

Hidir Erin Celik: „Der Fluss meiner Träume – Lebensreise eines Wanderers“, Free Pen-Verlag Bonn, 2008, Seiten 233, 16,90 Euro. Mit dem Verkauf des Buches wird die Arbeit der Evangelischen Stiftung für Migrationsarbeit (ESMA) unterstützt.

 

 

Der Autor Hidir Eren Celik (Foto: Erika Schneider) LupeDer Autor Hidir Eren Celik (Foto: Erika Schneider)

REZENSION: Celiks Buch - Von interkulturellem und politischem Wert

Aus Verantwortung gegenüber seinen Kindern und deren Frage nach der eigenen Herkunft, entstand ein interkulturelles Buch mit starken politischen Aussagen. Hoffnungen und Träume vermischen sich themenübergreifend mit den politischen Hintergründen aus dem Herkunftsland des Autors.
Hidir Celik will Zeitgeschichte dokumentieren und weitergegeben, aber nicht nur für seine Kinder. Die „Der Fluss meiner Träume – Lebensreise eines Wanderers“ führt emotional durch viele Schattenseiten der türkischen Politik und greift unter anderem den Genozid an Armeniern und religiöskulturelle Konflikte der Türkei auf.
Schulden zwingen Celiks Vaters nach als Gastarbeiter nach Deutschland zu ziehen, womit er die Migrationsgeschichte seiner Familie einleitet. „Der Fluss meiner Träume“ ist kein Mythos, sondern eine wahre Geschichte des Autors mit persönlichen Höhepunkten, wie dem Umzug nach Deutschland, jedoch auch mit traurigen Momenten, in dem er von der Inhaftierung seines Bruders durch die türkische Regierung erzählt. Eine tiefgründige autobiographische Erzählung, die kulturverbindend wirkt und geschichtliches Wissen vermittelt.


 

 

 

Anastasija Barinova /

 


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