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Im Radio: Besuchsdienstarbeit einer Bonner Gemeinde

"Den Knüppel in der Hand"

Klinkenputzen ist die vornehmste Aufgabe der Christen - das hatte schon Präses Peter Beier seiner Kirche Anfang der 90-er Jahre ins Gebetbuch geschrieben. Seitdem ist viel passiert - auch in Bonn, berichten zwei Besuchsdiener der Lutherkirchengemeinde.

Der Beitrag war im Rahmen der Sendung "Zwischen Himmel und Erde" zu hören auf allen Lokalradios in NRW, bei uns auf "Radio Bonn/Rhein-Sieg.

Hier die Sendung vom 11. Juni 2009 zum kostenlosen Nachhören.

Hier der Wortlaut:

Besuchsdienstarbeit – unterwegs im Auftrag des Herrn

Anmoderation: "Wer was von uns will, der kann ja zu uns kommen" – von dieser Einstellung haben sich viele evangelische Kirchengemeinden längst verabschiedet. Statt auf Besucher zu warten, machen sie sich selber auf den Weg – zum Beispiel zu Familien, die neu zugezogen sind, zu alten oder kranken Menschen in der Gemeinde oder zu Senioren, die einen runden Geburtstag feiern. Dieser Besuchsdienst wird meistens von Ehrenamtlichen erledigt, und das mit viel Erfolg und großer Freude:

Thomas Bräuer: Das Interessanteste und Schönste auf der Welt sind andere Menschen und zwar im Alter von 0 bis über 100 Jahren, und mit denen habe ich bei dieser Arbeit zu tun.  

Joachim Gerhardt: Thomas Bräuer macht seit 15 Jahren Besuche für eine evangelische Kirchengemeinde im Zentrum von Bonn. Dabei hat er auch erlebt, dass er nicht überall auf Anhieb willkommen ist:

Thomas Bräuer: Natürlich gibt es das, aber das müssen wir aushalten. Es kann auch sehr spaßige Züge haben. Ich habe mal eine alte Dame besucht, die mich oben in ihrer Etage erwartete, und ganz barsch, als ich raufkam, sagte „Bleiben Sie stehen!“ Und als ich mich hinreichend ausgewiesen hatte, dass ich der Richtige war, hat sie mir oben ganz stolz gezeigt, dass sie oben einen Knüppel in der anderen Hand gehabt hatte.

Joachim Gerhardt: Menschen, die Besuche machen im Namen der Kirche, sagen nicht nur Hallo oder Willkommen in unserer Gemeinde. Es geht um mehr, sagt Elke Mussmann, die den Besuchsdienst in der Bonner Gemeinde vor 16 Jahren mit aufgebaut hat.

Elke Mussmann: Besuchsdienst ist für mich soziale Arbeit. Man kann den anderen, den Nachbarn nicht alleine lassen. Das Miteinander, die Nachbarschaft, das ist so wichtig. Es ist nicht die Unterstützung, die man vom Staat bekommt oder das Geld im Portemonnaie, sondern die Zuwendung, das Miteinander-Leben, das ist wichtig.

Joachim Gerhardt: In der Bonner Gemeinde besteht der Besuchsdienst aus einem festen Kreis von 20 Ehrenamtlichen. In anderen Gemeinden sind es sogar noch mehr. Elke Mussmann besucht jede Woche fünf bis sechs Personen. Oft sind es ganz bewusst dieselben. Und dabei nimmt sie auch viel für sich selbst mit:

Elke Mussmann: Sie hören, dass eine Bewohnerin, wenn ich mich verabschiede, und ich sage ihr, ich werde nächsten Dienstagnachmittag wiederkommen, dass sie dann sagt: Oh dann habe ich was, auf das ich mich freuen kann. – Wenn man alleine dieses hört, dann ist das so was Schönes auch, das begleitet einen dann.
 
Joachim Gerhardt für Himmel und Erde.

 

 

 

 

 

11.06.2009

 


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