Logo EKiR
Synode des Krchenkreises Bonn tagte:

"Mehr Zeit für Kinder!"

Die Situation evangelischer Kindertagesstätten, ein bemerkenswertes Grußwort, ein Antrittsbesuch des Bonner OB und ein nachdenklicher Bericht von Superintendenten Wüster: Lesen Sie hier Wichtiges von der Kreissynode am Wochenende im Haus der Kirche ...

Betonte die "gute Partnerschaft von Stadt und Kirche" und lobte "die hervorragende Ökumene vor Ort": Bonns neuer OB Jürgen Nimptsch bei seinem Antrittsbesuch vor der Kreissynode. (Foto: J.Gerhardt) LupeBetonte die "gute Partnerschaft von Stadt und Kirche" und lobte "die hervorragende Ökumene vor Ort": Bonns neuer OB Jürgen Nimptsch bei seinem Antrittsbesuch vor der Kreissynode. (Foto: J.Gerhardt)

Schwerpunktthema der Beratungen im Haus der Evangelischen Kirche war die Situation der Kindertagesstätten. Kontroverse Debatten im Plenum wie in Arbeitsgruppen kamen zu einem deutlichen Ergebnis: Die Bonner Kreissynode fordert eine Revision des seit einem Jahr in NRW geltenden Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Laut Superintendent Eckart Wüster geht der zusätzliche und hohe Verwaltungsaufwand spürbar auf Kosten der Zeit mit den Kindern. „Die Situation ist zum Teil unerträglich“, berichtete, engagiert wie fachkundig zugleich, Ursula Gerlach-Keuthmann von der Beratungsstelle für Kindertageseinrichtungen in Bonn und der Region.

 

 

Kinder waren das Thema nicht nur der Bonner Synode, sondern auch der neuesten Ausgabe der Kirchenzeitung "chrismon plus rheinland". Im Hintrgrund: Ursula Gerlach-Keuthmann (l.) und Ricarda Bitter von der Fachberatung im Gespräch. (Foto: J.Gerhardt) LupeKinder waren das Thema nicht nur der Bonner Synode, sondern auch der neuesten Ausgabe der Kirchenzeitung "chrismon plus rheinland". Im Hintrgrund: Ursula Gerlach-Keuthmann (l.) und Ricarda Bitter von der Fachberatung im Gespräch. (Foto: J.Gerhardt)

Die Bonner Synode fordert nun die Landeskirche auf, sich bei der Landesregierung für eine Revision von KiBiz bereits vor 2011 einzusetzen. Besonders dringend sei eine Erhöhung der Kindpauschalen, flexiblere Betreuungszeiten, weniger Verwaltungsaufgaben der Erzieherinnen und mehr Zeit für pädagogische Arbeit. Zudem sollen die Bonner Kirchengemeinden die Gründung eines gemeinsamen Verbandes ihrer Kindertagesstätten prüfen, "um Interessen besser vertreten und handlungsfähiger auf Veränderungen reagieren zu können", erläuterte Pfarrer Ulrich Thomas, langjähriger Synodalbeauftragter für Kindertagesstätten. Auch auf sein Engagement hin gibt es seit 2004 bereits eine "Interessensgemeinschaft Kindertagesstäten" für das Stadtgebiet Bonn. Auch deren Fortentwicklung zu einer "IG-plus" sei ein Modell, so Pfarrer Thomas.

Da kam die gute Nachricht von Bonns neuem Oberbürgermeister gerade recht. Er werde sich dafür einsetzen, den städtischen Sonderzuschuss für kirchliche Einrichtungen auch über 2012 zu sichern, sagte Jürgen Nimptsch bei seinem Antrittsbesuch vor der Synode und betonte zugleich die „besondere und gute Partnerschaft mit der Kirche“ in einer Stadt, in der fast jeder vierte evangelisch ist.

Neue Bleiberechtsregelung für Flüchtlinge

Ebenfalls nahezu einstimmig fordert die Synode, dass Menschen, denen aus humanitären Gründen eine Rückkehr in ihr Herkunftsland unmöglich ist, eine sichere Aufenthalts- und Lebensperspektive ermöglicht wird. Die bundesweit geltende Bleiberechtsregelung von 2007 laufe Ende des Jahres aus. „Wir brauchen dringend Rechtssicherheit und eine gerechte Lösung für die Betroffenen“, erklärte Almut Schubert von der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn in der Diskussion, an der sich auch Stadtdirektor Volker Kregel, Polizeipräsident Wolfgang Albers und Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher als berufene Mitglieder der Synode beteiligten.

Superintendent Kenntner: Mittel- oder langfristig Neuordnung der Kirchenkreise in Bonn und der Region

Der Superintendent des Nachbarkirchenkreises Dr. Eberhard Kenntner sprach in seinem Grußwort die mögliche Fusion der drei Kirchenkreise auf Bonner Stadtgebiet an. „Mittel- oder langfristig gibt es dazu keine Alternative“, sagte Kenntner. Voraussetzung sei aber eine „befriedigende und zukunftsfähige Lösung“ auch für die Kirchengemeinden der Voreifel, die alleine nicht lebensfähig seien. So erntete der Superintendent des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel und Pfarrer in Rheinbach unterstützendes Echo der Bonner Synode, die sich schon länger ein intensiveres Nachdenken wünscht über eine sinnvolle Neuordnung der drei Kirchenkreise in Bonn und der Region. Gemeinsam mit dem rechtsrheinischen Kirchenkreis „An Sieg und Rhein“ zählen diese drei Kirchenkreise seit Jahren gegen den Bundestrend der Kirchenaustritte sogar leicht wachsend rund 230.000 evangelische Christen.

Bonner Haushalt im Minus: Für 2010 fast 30.000 Euro Rücklagenentnahme - Wahlen

Dennoch sinken die Einnahmen. Der Haushalt des Bonner Kirchenkreises mit einem Volumen von 5,2 Millionen Euro weist für 2010 erstmals seit Jahren wieder ein Defizit von 28.000 Euro aus, trotz Einsparungen von fast 200.000 Euro. Gedeckt wird der Haushalt daher nur durch Rücklagen. Gewählt wude auch: Neuer Synodalbeautragter für Besuchsdienstarbeit ist der Herseler Pfarrer Dr. Tobias Kriener. Den Fachausschuss Krankenhausseelsorge des Kirchenkreises Bonn verstärken Karin von Kameke (Kirchengemeinde Am Kottenforst), der Chefarzt am Bonner Gemeinschaftskrankenhaus Dr. Hilmar Hüneburg (Lutherkirchengemeinde Bonn-Südstadt) sowie Thomas Gampp (Kreuzkirchengemeinde Bonn-Zentrum).

 

 

 

Joachim Gerhardt /

 


Willkommen! Social Media Wort zum SonntagSpenden NewsletterGottesdienste Terminkalender PROtestant Kirchengemeinden