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Ost-West-Partnerschaft

Bonner zu Besuch in Nauen

Die Kirchenkreise Nauen und Bonn verbindet eine Partnerschaft noch aus alten DDR-BRD-Zeiten. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall lebt sie fort in vielen spannenden Begegnungen. Jetzt einmal wieder in Brandenburg. Alt-Superintendent Rolf Schleßmann berichtet:

Die Partnerschaft zwischen Bonn und Nauen führt vor allem Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Katecheten der beiden so unterschiedlichen Kirchenkreise zusammen. (Fotos: Eckart Wüster) LupeDie Partnerschaft zwischen Bonn und Nauen führt vor allem Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Katecheten der beiden so unterschiedlichen Kirchenkreise zusammen. (Fotos: Eckart Wüster)

Die seit 1977 bestehende kreiskirchliche Partnerschaft zwischen den Kirchenkreises Bonn und Nauen (jetzt Nauen-Ratenow), ehemals DDR, wurde 2009 mit einem Treffen des Ost-West-Konvents, das vom 10. bis 14. September in Nauen-Rathenow stattfand, fortgesetzt. Zwölf Bonner, darunter der Superintendent, sieben Pfarrer, eine Prädikantin und ein Synodalältester waren bei ihren Kollegen in den verschiedenen Pfarreien des Kirchenkreise Nauen-Rathenow untergebracht.

 

 

Fünf Tage gemeinsame Zeit ermöglichten viel Zeit für anregende Gespräche und Besuche. LupeFünf Tage gemeinsame Zeit ermöglichten viel Zeit für anregende Gespräche und Besuche.

Nach der Anreise begann das Programm mit einer Stadtführung durch Nauen, die der dortige Pfarrer Matthias Giering vornahm. Beim Abendessen im Gemeindehaus ergaben sich erste Kontakte und Gespräche unter den Partnern. Zum Abschluss des Tages versammelten sich die Gäste und Gastgeber zur Andacht in der schönen Jakobikirche, dem Juwel Nauens, deren Geschichte Giering kurz erläuterte.

Am zweiten Tag lernten die Bonner einige, weit auseinander liegende Kirchengemeinden kennen: Paretz mit seiner alten Dorfkirche, in der Königin Luise und ihr Mann König Friedrich Wilhelm III. ihre eigene Loge hatten (mit der Apotheose der Königin von Johann Gottfried Schadow); dann Großbehnitz mit dem ehemaligen Sitz des Großindustriellen Borsig, der neben der evangelischen Kirche auch ein Mausoleum besaß; nach einem Mittagessen in Nauen folgte Ribbeck, seine Kirche und das Schloß, das vorzüglich wiederaufgebaut wurde. Ribbeck wie Paretz ziehen große Tourismusströme an, hier ist es Fontanes „Birnengedicht“, dort die Königin (auch mit ihrem schlichten Schloß), was von den zuständigen Pfarrern und Mitarbeitern in einem guten Zustand, auch geistlichen Angebot genutzt wird. Es folgte Berge, Sitz des Superintendenten von Nauen-Rathenow, Thomas Tutschke, in dessen voll besetzter Kirche die Junge Gemeinde das Spiel „Deutschland sucht den Superchristen“ aufführte. Das nächste Ziel Fehrbellin mit seiner großen, von Stühler errichteten Kirche erreichte die Gruppe nach einem Abendessen im Gemeindehaus in Königshorst. In Fehrbellin erlebte die Gruppe das „DuoCamillo“ mit einem kirchenkritischen Vortrag.

 

 

Besuch in einer der vielen historischen Kirchen, von den Menschen vor Ort mit hohem Engagement restauriert und erhalten. LupeBesuch in einer der vielen historischen Kirchen, von den Menschen vor Ort mit hohem Engagement restauriert und erhalten.

Der dritte Tag gehörte ganztäglich Rathenow. Im Torhaus am Rathenower Friedhof referierte Propst Karl-Heinrich Lütcke aus seinem Buch „Verschieden und doch wiedererkannt“. Es ging dabei um das Zusammenwachsen der evangelischen Kirche nach der Wende, wobei in der Diskussion die Erfahrungen der west- und ostdeutschen Pfarrer ausgetauscht wurden. Nach dem Mittagstisch in der Altstadt führte der stellvertretende Superintendent Andreas Buchholz die Bonner durch seine Gemeinde mit ausführlicher Besichtigung der noch im Aufbau begriffenen St. Marien-Andreaskirche, wobei das große finanzielle Engagement der Kommune für die Erhaltung der Kirche überraschte. Nach dem Gang durch das Gelände der Landesgartenausstellung traf sich der Konvent in der Lutherkirche zu Berichten aus den Kirchenkreisen Bonn und Nauen-Rathenow mit zum Teil bewegenden Diskussionen über Jugendarbeit und Jugendweihe. Dazu waren auch Gemeindeglieder gekommen, die, wie auch schon in den anderen Gemeinden, das Abendessen liebevoll zubereitet hatten.

Eine musikalische Abendandacht mit einem Portrait über Bischof Gottfried Forck durch Buchholz beschloss den Tag. Am vierten Tag predigten die Bonner Pfarrer in den Kirchen im Kirchenkreis Nauen-Rathenow, so dass auch Gemeindeglieder den Bonner Besuch wahrnahmen, die hier und da auch gern an ihre Besuche in Bonner Gemeinden nach der Wende zurück dachten. Die Gespräche auf dem Ost-West-Konvent zeigten, wie wichtig der geistige Austausch und die menschliche Begegnung weiterhin sind.
Rolf Schleßmann

Viele weitere gute Informationen zu unserem Partnerkirchenkreis Nauen-Rathenow: www.ev-kirchen-havelland.de

 

ger /

 


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