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Besuch in Ruanda, Tansania und Kongo

Menschen voller Mut und Zuversicht

Kirche verbindet die Welt. Der Bonner Johannes Hack, Presbyter der Trinitatiskirchengemeinde Endenich, war jetzt mit der Landeskirche auf Partnerschaftsfahrt in Ostafrika und hat Eindrucksvolles wie Nachdenkliches zu berichten:

Bildung ist für die Kirchen ein entwicklungspolitisches Kernthema: Johannes Hack in einer Schule in Goma. (Foto: Marion Unger) LupeBildung ist für die Kirchen ein entwicklungspolitisches Kernthema: Johannes Hack in einer Schule in Goma. (Foto: Marion Unger)

"Karibu Sana" - Herzlich Willkommen! So wurden wir auf unserer Begegnungsreise der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mit protestantischen Kirchen in Tansania, Ruanda und Goma (Kongo) begrüßt. Genauso herzlich wurden wir, eine Gruppe von sechs Pfarrerinnen und Pfarrern sowie sechs Laien (Presbyter, Mitglieder im Kreissynodalvorstand und Landeskirche) auch aufgenommen.

Die Vielfalt protestantischer Kirchen in Ostafrika erlebten wir hautnah bei Lutheranern in Tansania, Baptisten, Presbyterianern und Anglikanern in Ruanda und in Goma. Allen gemeinsam sind ein tiefer Glaube und eine große Spiritualität. Können wir uns  vorstellen, dass an einem Sonntag in der Kathedrale von Bukoba (Tansania) 3.000 Besucher sind oder in einer Kirche in Goma 600 Flüchtlinge nachts in der Kirche schlafen und dann am nächsten Tag 1.000 Personen am Gottesdienst teilnehmen? Wohl kaum.  Ich sitze in dieser Kirche und frage mich, woher nehmen diese Menschen die Kraft, mit einer Begeisterung zu singen und zu tanzen, das mir das Herz aufgeht, obwohl um die Kirche ein Chaos herrscht, in dem Mütter ihre Kinder auf Lavagestein sitzend stillen, auf mittelalterlichen Öfen gekocht wird, die Menschen mit gelben Kanistern anstehen, um Wasser zu fassen, und darauf warten, dass die nächste Hilfslieferung mit Lebensmitten ankommt.

 

 

Das Elend war oft allgegenwärtig wie hier in einem Slum im Goma. (Foto: Marion Unger) LupeDas Elend war oft allgegenwärtig wie hier in einem Slum im Goma. (Foto: Marion Unger)

Trotz des Elends insbesondere in den Flüchtlingslagern und der Armut, die wir zuvor allenfalls aus dem Fernsehen kannten, sahen wir  lachende Gesichter. Dies konnte  aber nicht darüber hinwegtäuschen, welche Probleme bestehen. Wir haben Krankenhäuser und Gesundheitszentren gesehen, wir waren in Waisenhäusern von Kriegswaisen und AIDS-Waisen, in Projekten für Straßenkinder, AIDS-Kranke und Friedensarbeit, in Schulen und Kindergärten. Alle diese Einrichtungen wurden von den jeweiligen Kirchen betrieben. Die Finanzierung dieser Einrichtungen können diese Kirchen nicht aus eigenen Mitteln betreiben, sondern sind auf Hilfe der Kirchen in Europa angewiesen. Unser Kirchenkreis Bonn fördert zum Beispiel den Kirchenkreis "Kusini A" in einer unwegsamen Gegend im Nordwesten von Tansania.

 

 

Kein Platz mehr in der Kirche: Gottesdienstfeier mit Hunderten von Flüchtlingen ebenfalls in Goma. (Foto: Marion Unger) LupeKein Platz mehr in der Kirche: Gottesdienstfeier mit Hunderten von Flüchtlingen ebenfalls in Goma. (Foto: Marion Unger)

Ein besonderes Problem gilt für Ruanda. Dort fand im Jahr 1994 ein Genozid statt, bei dem über eine Millionen Menschen abgeschlachtet wurden und die Weltöffentlichkeit weggesehen hat. An diesem Völkermord haben sich auch die Kirchen mitschuldig gemacht und gilt es, deren Rolle zu hinterfragen. Dies geschieht in Ruanda, indem die Kirche Versöhnungsprogramme durchführt.

Über meine Erlebnisse und Erfahrungen müsste ich eigentlich seitenlang  berichten, was den Rahmen dieses Kurzberichts sprengen würde.

Was ist nun der Sinn einer solchen Begegnungsreise, was hat sie mir gebracht? Die Solidarität der Christen in Europa ist für unsere schwarzen Schwestern und Brüder in Afrika von erheblicher Bedeutung. Sie sehen, dass sie nicht vergessen sind, dass wir teilnehmen an ihren Problemen und Sorgen und sie unterstützen. Das gibt ihnen den Mut und die Zuversicht, ihre Probleme mit unserer Unterstützung zu lindern. Wir dürfen daher nicht aufhören zu helfen, um bei einem Besuch mit einem Karibu Sana begrüßt und mit einem Assante sana (Herzlichen Dank) verabschiedet  zu werden.

Infos zur Partnerschaft zwischen den Evangelischen Kirchenkreisen Bonn und Kusini A finden Sie hier.

 

Johannes Hack /

 


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