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Ost-West-Partnerschaft in Stockholm

Neue Wege des Glaubens

Die Kirchenkreise Bonn und Nauen-Rathenow in Brandenburg verbindet eine lange Partnerschaft. Nun trafen sich die Ost-Westpartner in Stockholm zur gemeinsamen Begegnung mit der evangelischen Kirche in Schweden und zu einer wahrhaft königlichen Hochzeit:

Konfirmandenunterricht: Die schwedische Kirche geht neue Wege und stellte sie ihren interessierten Gästen aus Bonn und Nauen-Rathenow vor. (Foto: J.Gerhardt) LupeKonfirmandenunterricht: Die schwedische Kirche geht neue Wege und stellte sie ihren interessierten Gästen aus Bonn und Nauen-Rathenow vor. (Foto: J.Gerhardt)

Herrliche – lehrreiche – gemeinschaftliche – frohmachende – begegnungsreiche – nordisch – lukullische – also wahrhaft königliche Studienfahrt

• „Neue Versuche im Konfirmandenunterricht“
• „Deutsche Auswanderer in Schweden mit einer Kirche im Ausland“
• „Citykirchenarbeit mitten in Stockholm“
• „Partnerschaft Ost-West – wie geht es weiter ?“
 
Das waren die vier thematischen Einheiten der 21-köpfigen Besuchergruppe aus Nauen/Rathenow und Bonn in Schwedens Hauptstadt Stockholm. Der Bonner Citykirchenpfarrer Wolfgang Wallrich war fast 6 Jahre Auslandspfarrrer in der Deutschen Gemeinde Stockholm und hatte die Fahrt in das „Venedig des Nordens“ vorbereitet. Die rheinisch-brandenburgische Gruppe war am ersten Tag des viertägigen Aufenthalts in „Kungholmens - Församling“ (Gemeinde Kungsholm) zu Besuch, wo sie  durch Probst Jan Stenberg eine Einführung in die Schwedische Kirche (Svenska Kyrkan) bekam.

 

 

Gruppenbild im schönen Park der anmutigen St. Clara-Kirche im Zentrum von Stockholm. LupeGruppenbild im schönen Park der anmutigen St. Clara-Kirche im Zentrum von Stockholm.

Schweden, seit 1528 lutherisch geworden, hatte bis ins Jahr 2000 eine Staatskirche. Insbesondere die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden war für die Brüder und Schwestern aus Rathenow/Nauen interessant. Hier gehen die schwedischen Gemeinden neue Wege in Werbung, Unterricht in Konfirmandenlagern, Zusammenarbeit mit Sportvereinen und Freizeitanbietern. Andacht mit Pfarrer Zastrow und Singen in der schönen Kungsholmer Kirche gehörten natürlich zu diesem ersten „Lerntag“.

Die deutsche Partnerschaftsgruppe wohnte im Konferenz-Center der Ersta Diakonie. Am zweiten Tag ging es früh zur Andacht in die Deutsche Kirche („Tyska Kyrkan“) in die wunderschöne Stockholmer Altstadt. Wieder begann der Tag mit einer Andacht, diesmal von Superintendent Wüster. Eine Kirchenführung durch Pfarrer Wallrich schloss sich an, immer von herrliche Tönen der Dübenorgel von 1686 begleitet. Die Anteilnahme der Gemeindemitglieder am Gemeindeleben und an der Kirche ist in Schweden durch eine enorme Spendenbereitschaft, Gründung von Stiftungen und Festlegung von Erbschaften ausgeprägt.

Der Stockholmer Presbyter Harald gab einen Einblick in die Geschichte der Stockholmer Gemeinde. Im Gemeindehaus der „Tyska Församling“, die seit 1570 jeden Sonntag „Gottesdienst in deutscher Sprache in Stockholm feiert, traf sich nun die Besuchergruppe aus Ost/West mit Mitgliedern der deutschen Gemeinde. Es ergaben sich gewünschte Dreiergespräche über das Christsein in Nauen–Rathenow–Bonn–Stockholm vermischt mit Privatem.

 

 

Muntere wie kritische Diskussion im Park der St. Clara-Kirche über neue Gottesdienstformen. (Foto: J.Gerhardt) LupeMuntere wie kritische Diskussion im Park der St. Clara-Kirche über neue Gottesdienstformen. (Foto: J.Gerhardt)

Der dritte Tag begann früh morgens in der Stockholmer Innenstadt. Dort sitzt die deutsche Besuchergruppe schon um 9 Uhr mit dem schwedischen Citykirchenpfarrer Carl-Eric Sahlberg im Kirchgarten vor der riesigen Sankt Clara-Kirche. Er stellt uns sein Programm „Wachstum der Kirche“ vor. Die Innenstadtkirche arbeitet mit vielen, vielen „Ehrenamtlichen /Frivilligare“ an einem  anderem Umgang, an einer Hilfe für Drogenabhängige, Alkoholiker, Obdachlosen, Gescheiterten, Einsamen. Zusammen mit der Stadt und den Behörden und unterstützt von vielen Gönnern  und Ehrenamtlichen gelingt scheinbar eine „Heilung“ und ein „Neuanfang“.

Der Gottesdienst um 11 Uhr war dann äußerst voll. Pfarrer Wolfgang Wallrich predigte auf Schwedisch aus Lukas (Kap. 15, Verse 9-10) über die „Lukanische Theologie des Suchen und Findens“ (Predigt im Anhang). Eindrucksvoll der lange feierliche, durch zarte Musik begleitete „Kollektengang“ der etwa 500 Gottesdienstbesucher am 3. Sonntag nach Trinitatis. Noch eindrucksvoller die Feierlichkeit des Abendmahls mit Massen von Menschen im Altarraum. Die Lobpreislieder klangen vertraut.

Was besonders auffiel? Wie viele Menschen an diesem Gottesdiensttag beteiligt sind: als Begrüßer, Blatt- und Gesangbuchverteiler, als Musiker, als Leserin, als Abendmahlausteiler, als Helfer beim Kirchkaffee, als Mitarbeiter beim Verkauf von allerlei Büchern, als Übersetzer zwischen den Gottesdienstbesuchern, als Helfer bei der Kollekte – etwa 50 Helferinnen und Helfer waren zu sehen. Nach der Kirche standen wir noch lange bei Kaffee im Kirchengarten.

Natürlich gehörte zu den Stockholmer Tagen auch das besondere Erleben der Stadt.Besuche im Vasa-Museum, im Freilichtpark Skansen, eine phantastische Fahrt durch die Stockholmer Schären – Inselwelt nach Vaxholm, die lukullischen Lachs, Strömming (Hering) und Fischsuppenangebote die gemeinsamen Abende im Ersta Konferenz-Hotel der Stockholmer Diakonie. Und wir haben alle irgendwie an Viktorias Hochzeit mitgewirkt, das Fest, das überall zugegen war. Alles hat insgesamt die Ost-West Partnerschaft gestärkt. Bestärkt auch weiter beieinander zu blieben. Nächstes Jahr ist ein Treffen in Bonn vereinbart. Allen freundlichen und gastfreundlichen Stockholmern sei herzlich gedankt! Wir haben viel gelernt.

 


 

 

Wolfgang Wallrich / ger /

 


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