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Ein Projekt der evangelischen Kirchenmusikerschaft in Bonn

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium: Da, wo´s hingehört

Die evangelische Kirchenmusikerschaft Bonns hat sich für die Weihnachtszeit 2010 auf ein großartiges Projekt verständigt, das tief den Geist protestantischer Kirchenmusik atmet: Es geht um die sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Bach.

Johann Sebastian Bach hat seine so bekannten Kantaten des Weihnachtsoratoriums ursprünglich für den Gottesdienst komponiert. (Foto: Bach-Archiv Leipzig) LupeJohann Sebastian Bach hat seine so bekannten Kantaten des Weihnachtsoratoriums ursprünglich für den Gottesdienst komponiert. (Foto: Bach-Archiv Leipzig)

Die Kantaten werden an den Tagen ihrer ursprünglichen Bestimmung in verschiedenen Bonner Kirchen im Gottesdienst aufgeführt: Kantate I am 1. Weihnachtstag (25.12.) in der Auferstehungskirche Bonn-Venusberg (11.00 Uhr), Kantate II am 2. Weihnachtstag (26.12.) Thomaskirche Bonn-Röttgen (11.00 Uhr), Kantate III am 27.12. Friedenskirche Bonn-Kessenich (20.00 Uhr), Kantate IV am Neujahrstag Matthäikirche Bonn-Duisdorf (17.00 Uhr), Kantate V am 2.1. Lutherkirche Bonner Südstadt (10.30 Uhr) sowie Kantate VI am 6.1. Kreuzkirche Bonn-Mitte (20.30 Uhr im Rahmen „Nacht der Lichter“). 

Kreiskantor Stephan Pridik von der Auferstehungsgemeinde Bonn-Venusberg/Ippendorf erläutert die Idee. „Die Kantaten sind selbstständige Werke, die zu Bachs Wirkungszeit in Leipzig jede für sich in einem der Festgottesdienste der Weihnachtszeit aufgeführt wurden: an den Weihnachtstagen, an Neujahr, am Sonntag nach Neujahr und am Epiphaniastag. Es handelt sich um gottesdienstliche Musik, die ihren Platz nach der Lesung des Evangeliums hat und in der Tradition der protestantischen Kirchenkantate eine `musikalische Predigt´ über den Evangeliumstext darstellt. Das möchten wir in Erinnerung rufen und erlebbar machen. Das Motto lautet: Musizieren wir das Bachsche Weihnachtsoratorium, da, wo es hin gehört.“

Die entsprechende Kantate wird vom jeweiligen Kirchenmusiker bzw. der Kirchenmusikerin mit dem Chor der Gemeinde, mit Gesangssolisten sowie einem Orchester im Gottesdienst aufgeführt.
Joachim Gerhardt


Langfassung:

Bachs Weihnachtsoratorium: Da, wo´s hingehört

Ein Projekt der evangelischen Kirchenmusikerschaft in Bonn

Was wäre das Weihnachtsfest ohne Bachs Weihnachtsoratorium? Alljährlich gibt es viele schöne Konzertaufführungen dieses wunderbaren Werkes in den großen Konzertsälen und in vielen Kirchen. Von den insgesamt sechs Kantaten werden in Konzerten meist drei bis vier geboten, seltener alle sechs an einem Wochenende oder sogar an einem Tag.
Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass es sich bei den sechs Kantaten eigentlich um jeweils selbstständige Kantaten handelt, die zwar einem musikalischen und inhaltlichen Gesamtplan folgen, die aber zu Bachs Wirkungszeit in Leipzig jede für sich in einem der Festgottesdienste der Weihnachtszeit aufgeführt wurden, nämlich am 1.-3. Weihnachtstag, an Neujahr, am Sonntag nach Neujahr und am Epiphaniastag.
Bei diesen Kantaten handelt es sich also um „liturgische“ Musik, um Musik, die für den Gottesdienst geschrieben ist. Dort hat sie ihren Platz nach der Lesung des Evangeliums und ist in der Tradition der protestantischen Kirchenkantate eine „musikalische Predigt“ über den Evangeliumstext, bevor danach die gesprochene Predigt folgt. Der Evangeliumstext wird in der Kantate vom „Evangelisten“ in Rezitativform abschnittsweise vorgetragen. Es folgen Ariosi bzw.  Arien mit frei gedichteten betrachtenden Texten, bevor dann in einem Choral sogar die Gemeinde selbst auf das Verkündigte reagieren kann.
Eingeleitet werden die Kantaten jeweils von einem festlichen Chor oder einer Eingangsmusik.
Diese Verwurzelung der Bachschen Weihnachtsoratoriumskantaten im Gottesdienst möchte die evangelische Kirchenmusikerschaft Bonns zum bevorstehenden Weihnachtsfest in Erinnerung rufen und erlebbar machen. So werden die sechs Kantaten an dem jeweiligen Festtag in verschiedenen evangelischen Kirchen in Bonn jeweils vom dortigen Kirchenmusiker bzw. der dortigen Kirchenmusikerin mit „seinem“ bzw. „ihrem“ Chor, mit Gesangssolisten und mit einem Orchester im Gottesdienst aufgeführt. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, neben den Gottesdiensten in Ihrer Heimatgemeinde auch einen oder sogar mehrere dieser Gottesdienste zu besuchen und dabei Bachs „musikalische Weihnachtspredigten“ wieder neu zu entdecken.
Die genauen Termine und Orte der sechs Gottesdienste erfahren Sie aus Plakaten und Hand-zetteln in Postkartenform (Warum nicht eine solche Karte als Weihnachtsgruß verschicken?), die Ende November an alle Gemeinden verteilt werden.
Stephan Pridik (Kreiskantor im Kirchenkreis Bonn)

Hier alle sechs Termine auf einen Blick:
  
Kantate I: 25.12. Auferstehungskirche Bonn-Venusberg (11.00 Uhr)
Kantate II: 26.12. Thomaskirche Bonn-Röttgen (11.00 Uhr) 
Kantate III: 27.12. Friedenskirche Bonn-Kessenich (20.00 Uhr)
Kantate IV: 1.1. Matthäikirche Bonn-Duisdorf (17.00 Uhr)
Kantate V: 2.1. Lutherkirche Bonn-Südstadt (10.30 Uhr)
Kantate VI: 6.1. Kreuzkirche Bonn-Mitte (20.30 Uhr im Rahmen „Nacht der Lichter“)


 

 

 

 

 


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