Logo EKiR
Superintendent Eckart Wüsters Weihnachtswort im General-Anzeiger

Lähmung und Resignation brechen auf

Zum Weihnachtsfest richten alle Jahre wieder Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher persönliche Worte an die Leserinnen und Leser des Bonner General-Anzeigers. Lesen Sie auch hier die Gedanken und Wünsche:

Liebe Leserinnen und Leser!

Haben Sie bei Kerzenlicht schon einmal die Gesichter der neben Ihnen stehenden Menschen angeschaut? Dann wissen Sie, welche Wirkung Kerzenlicht hat: Unsere Gesichter werden durch das Licht weich gezeichnet und mit Glanz überzogen.

Dieses Licht ist ein Zeichen für die Wirkung, die die Botschaft des Friedens und der Liebe bei uns haben kann. Wer geliebt wird, der wird die empfangene Zuneigung ausstrahlen. Menschen, die ihren inneren Frieden gefunden haben, werden diesen Frieden in ihrem Alltag weitergeben. Wie die Hirten von Bethlehem, die vor 2000 Jahren wieder in ihren Alltag zurückkehrten und Gott für alles priesen und lobten, was sie gehört und gesehen hatten. Denn Menschen, die sich von Herzen freuen können und zufrieden sind, ziehen andere an. Sie verändern die Welt.

Ich wünsche mir auch für Bonn und die Region, dass Lähmung und Resignation aufgebrochen werden, weil mutige Entscheidungen zum Wohl der Menschen getroffen werden. Weil wir uns auf den Weg zu den Nächsten begeben, die Solidarität und Unterstützung brauchen. In die Krisen hinein, die das Leben oft unerträglich machen. Jeder von uns kann zu einem Licht werden, das die Welt ein wenig heller macht. Jeder kann zu einem Engel werden wie in der Weihnachtsgeschichte und anderen Orientierung geben.

Ihnen allen wünsche ich, ganz gleich, wie sehr Ihnen Weihnachten etwas bedeutet, ein Leben, in dem Ihnen ein Licht scheint und Sie selbst zu einem Licht für andere werden,

Ihr Eckart Wüster
Superintendent (Evangelischer Kirchenkreis Bonn)

 

 

 

 

Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher zelebriert die Messe und predigt in der Heiligen Nacht sowie am 2. Weihnachtsfeiertag im Bonner Münster (Foto: KK Archiv) Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher zelebriert die Messe und predigt in der Heiligen Nacht sowie am 2. Weihnachtsfeiertag im Bonner Münster (Foto: KK Archiv)

Weihnachten behauptet sich - es bleibt das Lieblingsfest der Deutschen, mit hohen Erwartungen, manchem Frust, viel Traditionen. Das gute Essen gehört dazu, die Geschenke, die Familie, die Freunde – aber das ist nicht alles! Wir spüren: es muss mehr geben!

In der Bibel schreibt der Evangelist Johannes über das Geschehen in Bethlehem: „Und das Wort (Gottes) ist Fleisch geworden und hat unter uns sein Zelt aufgeschlagen.“ Gott im Zelt – ein ungeheures, aber auch ein sehr trostvolles Bild.

Gott - nicht weit entfernt von uns, unerreichbar, sondern mitten unter uns als einer von uns – von den Windeln bis zum Leichentuch. In Jesus zeltet Gott mitten unter uns.

Das ist nicht nur eine Aussage über Gott, sondern vor allem auch eine Auszeichnung des Menschen. Der Wert des menschlichen Lebens wird an Weihnachten ein für allemal offenbar. Seit der Menschwerdung Gottes hat das Leben einen göttlichen Wert. Vielleicht sind wir deshalb an Weihnachten so empfindlich gegenüber allem, was den Wert des menschlichen Lebens missachtet.

Das Zelt Gottes unter uns Menschen will durch uns weit gemacht werden für die Menschen – damit sie darin eine Bleibe finden und in den Stürmen des Lebens nicht allein sind.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine solche Bleibe haben und dass Sie sie anderen ermöglichen.

Gesegnete Weihnachten,

Ihr Msgr. Wilfried Schumacher (Stadtdechant der katholischen Kirche Bonn)

Weitere Infos: www.ga-bonn.de

 

 

 

 

ger / 24.12.2010

 


Willkommen! Social Media Wort zum SonntagSpenden NewsletterGottesdienste Terminkalender PROtestant Kirchengemeinden