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2.000 Konfirmanden feiern in Bonn und der Region ihr Fest

Populärer denn je: die Konfirmation

Die Kirchengemeinden in Bonn und der Region feiern Konfirmation. Zumeist zwischen Palmsonntag und Pfingsten. Die Jugendlichen bestätigen dabei bewusst ihre Taufe und können ab sofort das Presbyterium mitwählen. Hier alle Termine auf einen Blick.

Sie machen den Auftakt der Konfirmationen 2010 im Kirchenkreis Bonn am 17. April: 31 Konfirmanden und Konfirmandinnen der Lukaskirchengemeinde, hier vor dem Gemeindeforum Auerberg. (Foto: Michael Schäfer) LupeSie machen den Auftakt der Konfirmationen 2010 im Kirchenkreis Bonn am 17. April: 31 Konfirmanden und Konfirmandinnen der Lukaskirchengemeinde, hier vor dem Gemeindeforum Auerberg. (Foto: Michael Schäfer)

In festlichen Gottesdiensten treten junge Menschen – zwischen 13 und 15 Jahre alt – unter dem Motto eines selbst gewählten Bibelverses vor den Altar, bekräftigen ihre Taufe und werden vom Pfarrer oder der Pfarrerin eingesegnet. Allein im Stadtgebiet Bonn sind es auch dieses Jahr wieder rund 600 Mädchen und Jungen, in der Region der Kirchenkreise Bonn, Bad Godesberg-Voreifel und An Sieg und Rhein fast 2.000. Bundesweit bereiten sich rund 250.000 junge Menschen auf diesen besonderen Tag vor.

Konfirmation stammt von Lateinisch „confirmare“, bestärken. Die Idee stammt von dem Straßburger Reformator Martin Bucer, der übrigens Anfang des 16. Jahrhunderts auch in Bonn gewirkt hat. Bucer wollte mit der Konfirmation das Wissen erwachsen werdender Menschen um den Glauben vertiefen. Die Jugendlichen sollen ihre Taufe als Baby persönlich und bewusst bestätigen, so das Anliegen Bucers, das bis heute unverändert gilt.    

 

Konfirmation - Erinnerung und Bestätigung der eigenen Taufe und für viele eine eindrucksvolle Zeit, zusammen Gemeinschaft und Glauben zu erleben. (Foto: Joachim Gerhardt) LupeKonfirmation - Erinnerung und Bestätigung der eigenen Taufe und für viele eine eindrucksvolle Zeit, zusammen Gemeinschaft und Glauben zu erleben. (Foto: Joachim Gerhardt)

Doch in den letzten Jahren gibt es auch Veränderungen: „Wir können heute bei jungen Leuten beim Wissen über Glaube und Kirche nichts mehr voraussetzen“, sagt Rüdiger Petrat, Pfarrer der Kreuzkirchengemeinde. „Konfirmandenunterricht fängt bei Adam und Eva an.“ Nicht Vertiefung, sondern Grundlagenvermittlung sei angesagt, weil die familiäre Glaubenspraxis fehle. Diese Entwicklung hat aber für Pressepfarrer Joachim Gerhardt eine positive Nebenerscheinung: „Die Jugendlichen, die sich heute zur Konfirmation anmelden, kommen zumeist aus echtem Interesse, freiwillig und nicht auf sanften Druck des Elternhauses. Das war in früheren Jahrgängen noch anders“, so Pfarrer Gerhardt, der selbst eine Konfirmandengruppe an der Lutherkirche in Bonn leitet.

Ein zweiter Trend: Die Kirchengemeinden in Bornheim, Alfter und der Friedenskirche in Bonn-Kessenich melden sogar einen Zuwachs ihrer Gruppen. Einige Gemeinden feiern deshalb die Konfirmation an mehreren Terminen, in der Markuskirchengemeinde in Bornheim-Hemmerich sind sogar vier Termine angesetzt. Pressepfarrer Joachim Gerhardt nimmt großes Interesse junger Menschen an religiösen Themen wahr: „Gerade das Alter von 13 bis 15 Jahren halte ich für optimal, um sich mit den existenziellen Fragen und den biblischen Themen um Glaube, Liebe und Hoffnung zu beschäftigen.“

Was mir an meiner Konfirmandenzeit gefallen hat - Zwei Konfirmanden der Bonner Lukaskirchengemeinde geben Auskunft:

Was fällt Euch ein, wenn Ihr an Eure Konfirmandenzeit denkt?

Stefan: Ich habe neue Freunde gefunden und andere bessere kennengelernt. Wir sind zusammengewachsen.

Clara: Ich habe neue Sachen dazu gelernt. Besonders die Auseinandersetzung mit den 10 Geboten und dem Glaubensbekenntnis haben gefallen.

Habt Ihr das Gefühl, dass Ihr nun mehr über Euren Glauben wisst?

Stefan: Ja. Ich habe viel Neues erfahren, wie zum Beispiel einige Gleichnisse aus dem neuen Testament.

Clara: Ja, die Diskussionen haben mir sehr geholfen und ich fühle mich in der Lage, meine eigene Position zu meinem Glauben zu vertreten.

Was bedeutet für Euch die Konfirmation?

Clara: Für mich bedeutet die Konfirmation die vollständige Aufnahme in die Gemeinde. Ich habe nun mehr Rechte.

Stefan: Für mich bedeutet die Konfirmation, dass ich jetzt in einer Gemeinde bin, in der ich mich engagieren kann, wo meine Stimme zählt.

Das heißt also, dass ihr Euch weiter in der Kirche beteiligen möchtet?

Clara: Ja, mir macht die Arbeit in der Gemeinde Spaß, insbesondere die Mädchengruppe AMICA, in der ich bereits als Mitarbeiterin tätig bin.

Stefan: Ich würde mich auch gerne engagieren, aber leider habe ich Zurzeit nicht genügend Zeit. Die Schule und der Sport binden mich sehr ein. Aber ich fühle mich der Gemeinde gegenüber sehr verbunden und werde vielleicht später einsteigen.

Und was hat Euch besonders gut gefallen?

Clara: Mir haben besonders die Gruppe und das gegenseitige Kennenlernen gefallen.

Stefan: Mir hat das Konfirmandenwochenende besonders gut gefallen. (Fragen: Pfr. Michael Schäfer)


DAS AKTUELLE STICHWORT: Konfirmation 2010

Die Konfirmation (von lateinisch „confirmare“ = bestärken) ist für evangelische Christen die feierliche Bestätigung der eigenen Taufe, die bei den meisten Jugendlichen im Baby- oder Kleinkindalter stattgefunden hat. Jugendliche, die noch nicht getauft sind, werden vor oder zusammen mit der Konfirmation getauft. Das sind heute etwa zehn bis 15 Prozent der Konfirmanden. Tendenz steigend.

Mit der Konfirmation übernehmen die Jugendlichen Eigenverantwortung in der Kirche. Sie sind berechtigt, ein Patenamt zu übernehmen und – seit Beschluss der Landessynode 2003 – bei der Presbyteriumswahl die Gemeindeleitung zu wählen. Für viele bedeutet Konfirmation die erste Teilnahme am Abendmahl. Für Jugendliche, die bereits am Kinderabendmahl teilgenommen haben, was in einigen Bonner Gemeinden möglich ist, ist es die erste selbstständige Teilnahme und damit auch etwas Besonderes.

Geistiger Vater der Konfirmation predigte 1542 im Bonner Münster

Die Konfirmation steht für das reformatorische Anliegen, dass sich Menschen bewusst für den eigenen Glauben entscheiden. Geistiger Vater der Konfirmation ist der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491-1551). Bucer, was viele gar nicht wissen, lehrte 1542 auf Bitten des Kölner Kurfürsten Hermann von Wied sogar in Bonn. Der Theologe predigte damals ein dreiviertel Jahr im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im alten Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse.

Die Konfirmation wird traditionell zwischen Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern) und Pfingsten gefeiert. Im Evangelischen Kirchenkreis Bonn, zu dem auch die Kommunen Alfter und Bornheim gehören, finden die meisten Konfirmationen dieses Jahr am 2. und 9. Mai statt.

Ab sofort Anmeldung für den Unterricht 2010/2011

Zugleich läuft in diesen Tagen die Anmeldung für den Konfirmationsunterricht 2010/2011. Eingeladen sind zumeist die Jugendlichen des Jahrgangs 1997. Auch Nichtgetaufte sind willkommen. Ansprechpartner ist die Gemeinde des ersten Wohnsitzes. Die Teilnahme am Unterricht in einer anderen Gemeinde ist aber auch möglich. Der Konfirmandenunterricht dauert je nach Gemeinde ein bis zwei Jahre und findet in der Regel Dienstagnachmittag statt. Die Schulen sind laut Weisung des Schulministeriums gehalten, den Dienstagnachmittag für den kirchlichen Unterricht freizuhalten.

ALLE TERMINE auf einen Blick: Konfirmationen im Evangelischen Kirchenkreis Bonn 2010

Samstag, 17. April
Lukaskirchengemeinde Bonn-Altstadt/Nordstadt/Auerberg

Sonntag, 18. April
Kirchengemeinde Am Kottenforst (Jesus-Christus-Kirche Witterschlick) I
Lukaskirchengemeinde Bonn-Altstadt/Nordstadt/Auerberg

Sonntag, 25. April
Kirchengemeinde Am Kottenforst (Jesus-Christus-Kirche Witterschlick) II

Samstag, 1. Mai
Bornheim-Hemmerich (Markuskirche) I

Sonntag, 2. Mai
Bornheim-Hemmerich (Markuskirche) II
Johanniskirchengemeinde Duisdorf (Matthäikirche in Lengsdorf und Emmaus-Kirche)
Gehörlosengemeinde Köln-Bonn-Leverkusen (Trinitatiskirche Köln-Altstadt, Filzengraben 4)
Kirchengemeinde Am Kottenforst (in der katholischen Kirche in Alfter-Oedekoven)
Kirchengemeinde Am Kottenforst (Thomaskirche in Röttgen) I
Kreuzkirchengemeinde Bonn-Innenstadt

Sonntag, 9. Mai
Apostelkirchengemeinde Bonn-Tannenbusch
Bornheim 3. Bezirk (Versöhnungskirche)
Bornheim-Hemmerich (Markuskirche) III
Friedenskirchengemeinde Bonn-Kessenich/Dottendorf
Kirchengemeinde Am Kottenforst (Thomaskirche in Röttgen) II

Samstag, 15. Mai
Bornheim 1. Bezirk (Versöhnungskirche) I

Sonntag, 16. Mai
Bornheim 1. Bezirk (Versöhnungskirche) II
Bornheim-Hemmerich (Markuskirche) IV
Friedenskirchengemeinde Bonn-Kessenich/Dottendorf Trinitatiskirchengemeinde Bonn-Endenich (2 Gruppen)

Samstag, 19. Juni
Hersel (zwei Herseler Gruppen)

Sonntag, 20. Juni
Hersel (Sechtemer Gruppe)

Sonntag, 27. Juni
Johanniskirchengemeinde Duisdorf (Matthäikirche in Lengsdorf)

Sonntag, 11. Juli
Lutherkirchengemeinde Bonn-Poppelsdorf/Südstadt 

 

 

Sabine Stoye /

 


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