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Reformationstag: 31. Oktober 2010

Klaus Eberl predigt in der Bonner Reformationsfeier

Oberkirchenrat Klaus Eberl ist Gastprediger bei der zentralen Bonner Reformationsfeier am 31. Oktober um 19.30 Uhr in der Kreuzkirche am Kaiserplatz (Bonn-Zentrum). Er ist weit mehr als nur Ersatz für den kurzfristig erkrankten Fulbert Steffensky.

OKR Klaus Eberl, ein nachdenklicher Protestant und Streiter für möglichst umfassende Bildung für möglichst viele Menschen. (Foto: ekir) LupeOKR Klaus Eberl, ein nachdenklicher Protestant und Streiter für möglichst umfassende Bildung für möglichst viele Menschen. (Foto: ekir)

Superintendent Eckart Wüster: "Da `Reformation und Bildung´ das Thema des Gottesdienstes dieses Jahr ist, sind wir sehr froh über die Zusage von Klaus Eberl." Klaus Eberl ist seit drei Jahren Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland und in der zweitgrößten Landeskirche Deutschlands zuständig für den Bereich Bildung, Schulen, Religionsunterricht und Kindertagesstätten. Der Theologe Klaus Eberl ist zugleich seit 2005 Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Thema der Bonner Reformationsfeier ist dieses Jahr "Denk mal nach, Mensch - Reformation und Bildung".

Der Festgottesdienst wird musikalisch gestaltet von der Kantorei der Kreuzkirche, dieses Mal unter Leitung von Sebastian Breuing mit Auszügen aus dem Oratorium "Belshazzar" von Georg Friedrich Händel. Die Orgel spielt Stefan Horz. Vorab ab 19.00 Uhr empfängt die Festgemeinde der Posaunenchor der Lutherkirche Bonn unter Leitung von Ulrich Scharf vom Turm der Kreuzkirche mit Reformationschorälen.

Im Anschluss lädt der Kreissynodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Bonn zum Jahresempfang in die Krypta der Kreuzkirche.

 


 

 

 

"Denk mal nach, Mensch! - Das Plakat zur Bonner Reformationsfeier 2010 (Gestaltung: Joachim Gerhardt) Lupe"Denk mal nach, Mensch! - Das Plakat zur Bonner Reformationsfeier 2010 (Gestaltung: Joachim Gerhardt)

Das aktuelle Stichwort:

Die Reformation in Bonn und der Region

Am Reformationstag, alljährlich am 31. Oktober, erinnern die Protestanten weltweit an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Auch Bonn blickt auf eine wechselhafte Reformationsgeschichte zurück. Schon früh, wenn auch nur gegen den entschiedenen Widerstand der katholischen Herrscher im Reich, konnten die Gedanken des Wittenberger Reformators in die Region Köln und Bonn einziehen. Das historische Schlüsseljahr ist 1542, als der katholische Erzbischof, Kurfürst Hermann von Wied, auf die Seite der Reformation wechselte. Er berief den Straßburger Reformator Martin Bucer sowie wenig später auch den engsten Weggefährten Luthers, Philipp Melanchthon, dessen 500. Geburtstag wir dieses Jahr bedenken, aus Wittenberg nach Bonn.

Philipp Melanchthon blieb drei Monate, Martin Bucer sogar ein dreiviertel Jahr am Rhein. In dieser Zeit predigte Bucer im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse. Die beiden Theologen erarbeiteten unter dem Titel „Einfältiges Bedenken“ die Programmschrift der Kölner Reformation.
 
Bis zum Einsetzen der Gegenreformation und der Absetzung des Kurfürsten Hermann 1547 bestand in Bonn eine evangelische Gemeinde mit mehreren Pfarrern. Die Gemeinde musste anschließend in den Untergrund gehen. Die älteste nicht auf kurkölschem Gebiet liegende und daher nahezu ununterbrochen lebendige evangelische Gemeinde im Bonner Raum ist die Kirchengemeinde Oberkassel. Hier findet sich auch die älteste evangelische Kirche der Region, die kleine gelb gestrichene Kapelle im Zentrum Oberkassels direkt an der alten B 42 aus dem Jahr 1683.

Ausgangspunkt der Reformation weltweit sind die berühmten „95 Thesen“, mit denen der damalige Augustinermönch Luther seinen theologischen und seelsorgerlichen Protest gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche äußerte. Durch den Verkauf der so genannten Ablassbriefe wollte diese damals vor allem Geld für den Bau des Petersdoms in Rom einnehmen.

Ob Martin Luther seine Thesen tatsächlich an das Portal der Wittenberger Schloßkirche schlug, ist historisch nicht gesichert. Nageleinschläge im Tor zeugen aber bis heute von dem legendären Ereignis. Ein weiteres Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel. Dafür übersetzte der Reformator die Heilige Schrift erstmals vollständig in die deutsche Sprache.

Heute ist in Bonn jeder vierte Bürger evangelisch, jeder zweite katholisch. Damit ist Bonn eine der protestantischsten Städte im katholischen Rheinland.

 

 

 

Joachim Gerhardt / 28.10.2010

 


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