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Aus Bonn und der Region:

„Ostern sprengt alle Erfahrungen“ – Predigten zu den Feiertagen: kleine Zusammenfassung

In ihren Predigten zu Karfreitag und Ostern betonten die Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche in Bonn und der Region die zentrale Bedeutung von Tod und Auferstehung Jesu für den christlichen Glauben.

Das Kreuz ist leer: Sinnbild des christlichen Glaubens an die Auferstehung wie hier auf dem alten Bonner Friedhof. (Foto: J.Gerhardt)

Das Kreuz ist leer: Sinnbild des christlichen Glaubens an die Auferstehung wie hier auf dem alten Bonner Friedhof. (Foto: J.Gerhardt)

Für Superintendent Eckart Wüster „sprengt Ostern alle Erfahrungen, die Menschen im Leben machen“. In der Dreieinigkeitskirche in Hersel predigt er an Karfreitag und Ostersonntag: „Das geschlossene Grab ist leer, der Stein von der Höhle weggewälzt. Alles ist auf den Kopf gestellt. Mitten im Tod entsteht Leben neu. Kann man das wirklich glauben?“

Nach Wüsters Einschätzung begrenzen Menschen ihr Leben auf das, was absolut gesichert scheint. „Damit verlieren wir aber gerade das Leben und den weiten Horizont, den uns der Glauben schenkt.“ Der moderne Mensch gleiche einem Wanderer, der sich in der Wüste verirre. Eine Legende erzähle, wie dieser Wanderer in der heißen Wüstensonne auf einmal eine Oase sieht, wie er das Quellwasser schon sprudeln hört, die Palmen und Gräser riecht. Doch hält er sie mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung für eine Hunger- und Durstphantasie, für eine Fata Morgana. Kurze Zeit später finden ihn zwei Beduinen, tot. „Kannst du das verstehen?“ sagte der eine, „die Datteln wachsen ihm beinahe in den Mund. Und dicht neben der Quelle liegt er verhungert und verdurstet. Wie ist das möglich?“ Der andere antwortete: „Er war ein moderner Mensch.“

Laut Pfarrer Wolfgang Harnisch, stellvertretender Bonner Superintendent, ruft der Osterglaube dem Menschen zu: „Wir sind vom Leben umfangen, sogar in den dunkelsten Stunden im Tod.“ Die Botschaft von Ostern lasse sich aber auch dort spüren, wo Menschen getröstet würden in ihrem Leid und neuen Lebensmut gewinnen. „All das sind das österliche Spuren in unserem Leben“, predigt Harnisch am Ostersonntag in der Matthäikirche der Johanniskirchengemeinde Duisdorf.

Joachim Gerhardt / 21.04.2011


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