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Kunstprojekt geht in die Zielgerade

PassionenStationen: „Leidenschaftliches Interesse“

Kurz vor Ende des stadtweiten Kunstprojekts „PassionenStationen“ haben die Veranstalter, die Kirchen und das Kunstmuseum Bonn, eine erste Bilanz gezogen.

Stadtweit das Erkennungszeichen: das Signet zum Großprojekt (Motiv: Norvin Leineweber)

Stadtweit das Erkennungszeichen: das Signet zum Großprojekt (Motiv: Norvin Leineweber)

„Wir sind erstaunt und erfreut über die überaus große und positive Resonanz“, sagt Axel von Dobbeler, Leiter des Evangelischen Forums, das gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk und dem Kunstmuseum Bonn zu den Trägern von PassionenStationen zählt. „Das große Interesse, auf das die sehr unterschiedlichen Klanginstallationen an säkularen Orten des Leids und der Leidenschaft gestoßen sind, zeigt, dass die Grundidee des Projekts aufgegangen ist: Passion in verschiedenen Bedeutungsvarianten ins Bewusstsein zu heben.“

Insgesamt vierzehn, bundesweit renommierte Klangkünstler hatten in Kooperation mit neunzehn evangelischen und katholischen Kirchengemeinden an dreizehn Stationen im Bonner Stadtgebiet akustische Kunstwerke installiert. Dazu gab es fast sechzig Veranstaltungen im Begleitprogramm. Bis Karsamstag (30. März) sind die Kunstwerke noch zu besuchen.

„Unserem Eindruck nach sind, angestoßen durch die Kunstwerke, viele Menschen miteinander über Passion, Leiden und Leidenschaft ins Gespräch gekommen", bilanziert Johannes Sabel, Leiter des Katholischen Bildungswerks. Nach dem Großprojekt KunstFrühlingKirche im Frühjahr 2004 habe sich zudem die erneute Zusammenarbeit der Kirchen mit dem Kunstmuseum Bonn sehr bewährt, heißt es. „Mit solchen Projekten rücken die Kulturträger unserer Stadt enger zusammen", so Sabel.

Nachdenken über Folgeprojekt

Es gibt keine Zählungen der Besucher, es dürften aber Tausende gewesen, so die Bilanz der Organisatoren. Das Projekt habe nicht nur in der Kunstszene Ausstrahlung weit über Bonn hinaus gefunden. „Wir werden die Anregung des Kulturdezernenten aufnehmen und über ein Nachfolgeprojekt nachdenken“, erklärt Axel von Dobbeler.

Einige Standorte mussten sich allerdings erst erklären: Die Installation am Bahnübergang Kessenich wurde anfangs für eine Bombe gehalten und die Polizei gerufen. Einzelne Windspiele des Kunstwerks am Rande von Röttgen im Kottenforst wurden beschädigt und geklaut. „Wir haben bewusst die Kirchen verlassen und die Öffentlichkeit gesucht. Damit ist das Projekt sehr angreifbar und verletzlich geworden, aber das ist am Ende auch Teil des Unternehmens", sagt Axel von Dobbeler.

Mehr als 100 Menschen aus den Kirchengemeinden haben sich ehrenamtlich für das Projekt engagiert. Gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstler sowie Initiatoren des Projekts zogen sie bei einem Treffen eine durchweg positive Zwischenbilanz. Auch die Bonner Universität, die mit drei Stationen am Projekt beteiligt ist (Biomedizinisches Zentrum, Botanischer Garten, Bootshaus Beuel) sei „hochzufrieden, sich auf dieses Experiment eingelassen zu haben“, sagte der Kanzler, Dr. Reinhardt Lutz, am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Projekts im Bootshaus Beuel.

Letztes Mal: Bus-Tour mit Führung zu ausgesuchten Stationen jetzt am Samstag, 23. März

Nun geht PassionenStationen, das unter der Schirmherrschaft des Bonner Kulturdezernenten Martin Schumacher steht, in die Zielgerade: Noch bis Ostern sind vom Kottenforst über den Kaiserplatz, den Bahnübergang am Rheinweg, den Klufterplatz, den Stiftsbezirk Vilich, das Schumannhaus, das Rathaus Hardtberg, den Raum unter der Nordbrücke bis hin zur Modellschule Am Domhof akustische Markierungen an Orten des Leids und der Leidenschaft zu hören. Eine Busexkursion bietet am Samstag, 23. März, die Gelegenheit, vier Stationen des Projekts näher zu erkunden und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen: Treffpunkt 14.00 Uhr am Bootshaus Beuel, Ernst-Moritz-Arndt-Str.4, Bonn-Beuel. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen: www.passionenstationen.de

Joachim Gerhardt / 21.03.2013


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