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Kunst und Kirche

Gottesdienst im Kunstmuseum: Das Chaos vor Augen

"Gottesdienst im Kunstmuseum": Das ist immer eine nachdenkliche wie anstößige Sache. So auch dieses Mal, im Mittelpunkt ein Werk des Künstlers Gerhard Hoehme. 

Bewährtes Duo: Museums-Vize Dr. Christoph Schreier (links) und der langjähige Pfarrer an der Bonner Lutherkirche Jürgen Faber (Foto: J. Gerhardt)

Bewährtes Duo: Museums-Vize Dr. Christoph Schreier (links) und der langjähige Pfarrer an der Bonner Lutherkirche Jürgen Faber (Foto: J. Gerhardt)

Wieder weit über 100 Menschen hatten sich Mittwochabend in den einzigartigen, himmlisch lichten Räumen des Bonner Kunstmuseums versammelt und lauschten der geistlichen Bildbetrachtung, einem munteren Dialog über Chaos und Lebenssinn von Pfarrer Jürgen Faber und Museums-Vizedírektor Dr. Christoph Schreier. Gerhard Hoehme wird der moderne Kunstrichtung "Informel" zugerechnet. Sein Werk, das den spießig anmutenden Untertitel trägt "In steter Ordnung sein", sträubte sich allerdings gegen jede Art der eindeutigen Interpretation. Das bewährte Museumsgottesdienst-Duo Schreier-Faber versuchte dies auch gar nicht, sondern gab bewusst nur "Annäherungen", so Schreier. 

Augenblicke der Besinnung: Friederike Faber (links) ist eine Initatorin des Gottesdienstes im Kunstmuseum (Foto: J. Gerhardt)

Augenblicke der Besinnung: Friederike Faber (links) ist eine Initatorin des Gottesdienstes im Kunstmuseum (Foto: J. Gerhardt)

Mit dem bemerkenswerten Eindruck: Je stärker man sich dem Bild nähert - zumindest räumlich -, umso mehr Struktur bekommt das Chaos. Für den kundigen Kunstkenner mag das ein bekanntes Phänomen sein, für den Theologen aber ist das eine Herausforderung. Pfarrer Jürgen Faber erinnerte an das biblische "Tohuwabohu", das Chaos zum Eingang der Schöpfungsgeschichte, das sich auch nach sechs kreativen Tagen am siebten Tag zu einem wunderbar Ganzen fügt. Fazit: "Am Ende ist alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende." Eine geradezu tröstliche, seelsorgerliche Botschaft. 

Annäherungen an ein Bild: musikalisch mit Matthias Höhn (links), theologisch mit Pfarrer Faber (Foto. J. Gerhardt)

Annäherungen an ein Bild: musikalisch mit Matthias Höhn (links), theologisch mit Pfarrer Faber (Foto. J. Gerhardt)

"Beswingt" wie einfühlsam umrahmt wurden die Gedanken, Texte und Gebete durch Musik von Matthias Höhn, mal mit Saxophon, mal mit Bandoneon, mal mit australischer "Mouth harp". Im Anschluss versammelte sich die Feiergemeinde fröhlich inspiriert wie immer im Werkraum des Museums zu Wein, Käse und Nachgespräch. Der Gottesdienst im Bonner Kunstmuseum, eine Feier in Kooperation der evangelischen Lutherkirchengemeinde in der Bonner Südstadt mit dem Kunstmuseum, ist bundesweit einmalig. Fortsetzung folgt ...

Joachim Gerhardt / 02.10.2014


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