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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Runschau:

Die Kunst, den Blick von sich selbst zu lösen

Die Umfragen sprechen eine deutliche Sprache: Immer mehr Menschen in Deutschland fasten. Nehmen sich für einen festen Zeitraum einen konsequenten Verzicht vor...

 Zigaretten und Alkohol stehen dabei an der Spitze der auferlegten Selbstbeschränkungen. Die Umfragen zeigen auch: Viele nutzen für diesen Verzicht bewusst die Fastenzeit, also die Wochen ab Aschermittwoch bis Karsamstag.
Ein guter Freund von mir spricht dennoch lieber vom „Winterspeck abarbeiten“. Religiöse Selbstoffenbarungen  seien nicht so sein Ding, sagt er. Er wolle die Sache auch nicht überhöhen. Nur zu gut weiß er, wie schnell das Scheitern droht. Er hat daher entschieden, sich auf eine Sache zu beschränken. Dieses Jahr sind die Süßigkeiten dran. „Aber auch das wird hart“, sagt er, nicht ohne einen gewissen sportlichen Ehrgeiz. Fernsehen ohne Gummibärchen? – „Der Verzicht zeigt dir erst, wie hoch die gewöhnliche Abhängigkeit schon fortge-schritten ist.“
Für meinen Freund ist klar: Fasten ist Selbsterkenntnis. „Aber du musst den Blick von dir selber lösen“, ergänzt er noch und verkündet damit sein „persönliches Erfolgsgeheimnis“: „Der Verzicht darf nicht zum Selbstzweck werden.“ Er hat darum beschlossen all das Geld, das er in dieser Zeit nicht ausgibt, an Ostern für „Brot für die Welt“ zu spenden. Welche schöne Summe da zusammen kommen wird, bleibe aber sein Geheimnis, erklärt er noch. Durchaus biblisch. Denn schon Jesus hat seine Jünger ermahnt, sich mit dem Fasten nicht vor anderen zu brüsten.
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: http://www.rundschau-online.de/.

 

 

 


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