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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" in der Rundschau:

Warum sich Menschen einen "Guten Rutsch" wünschen

„Einen guten Rutsch“ können wir uns in diesen Tagen wieder gegenseitig wünschen. Ein guter Wunsch, finde ich, ...

... denn das Leben wird auch im neuen Jahr – dafür muss man kein Prophet sein – an vielen Stellen und Tagen rutschig und unsicher werden. Aber ist das mit dem gewünschten guten Rutsch überhaupt so gemeint? Wahrscheinlich ist er doch eher eine nette Floskel.
Seinen Ursprung hat diese Redewendung ganz woan-ders. „Rosh Shana“ heißt der erste Tag des Jahres im Hebräischen. „Rosh“ bedeutet Kopf, Haupt und davon abgeleitet Erster und Anfang. „Shana“ ist das Jahr. Im Jiddischen, der Sprache der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Mittel- und Osteuropa, wird aus dem Rosh ein Rutsch. Sich einen guten Rutsch wünschen, heißt somit nichts anderes, als sich einen guten Anfang wünschen. Und der ist natürlich gesegnet, wie alle guten Anfänge nach jüdisch-biblischem Verständnis von Gott gesegnet sind.
Der Rutsch hat also wenig zu tun mit einer Schlitterpartie. Das ist mir ganz sympathisch, denn so eine Rutschpartie geht den Gesetzen der Schwerkraft folgend tendenziell bergab. Da ist mir der gute Anfang mit Gottes Segen doch lieber, weil er die Möglichkeit offen lässt, dass sich etwas nach oben entwickelt. Dass nicht nur alles irgendwie den Berg oder Bach runter geht, sondern das etwas Gutes wächst und gedeiht. In diesem, bewussten Sinne: Ihnen und mir, unserer Stadt und unserem Land einen guten Rutsch!
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: http://www.rundschau-online.de/.

 

 

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