Logo EKiR
Das aktuelle "Wort zum Sonntag" in der Rundschau

Was am Reformationstag zu tun ist

Man kann das Wort schon fast nicht mehr hören: Reform. An allen Ecken und Enden muss reformiert werden. Reformstaus, Reformbemühungen, ...

...ein Leben ohne Reform scheint heute kaum mehr möglich. Man muss, man muss, man muss… Und wer die Sachlage im Einzelnen kennt, wird oft nicht einmal widersprechen können.
Jetzt kommt auch noch der Tag, der dieses Wort im Namen trägt: der Reformationstag. Doch Achtung, er zielt in eine völlig andere Richtung. Es war der Mönch Martin Luther, der am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Missbrauch in seiner Kirche an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg schlug und damit die Reformation ins Rollen brachte. Bahnbrechend war für Luther die Einsicht: Gott nimmt den Menschen nicht erst an, wenn dieser Gutes getan hat, sondern vorbehaltlos, ohne jeden Ablass, ohne Vorleistung.
Also heißt es nicht: Du musst tun, tun, tun! Sondern: Du bist, und zwar geliebt und wertvoll und das vom ersten bis zum jüngsten Tag. Daher kann der Reformationstag eigentlich kein Tag der Arbeit sein. Er ist ein Pausentag. Ein Tag, an dem ich Kraft schöpfen kann, weil ich mich vergewissere: Was trägt mich im Leben und Sterben auf dieser Welt?
Mancher mag aus diesem Tag Mut schöpfen, überfällige Veränderungen im Alltag anzugehen. Vielleicht könnte der Tag auch Anlass sein, einfach mal die Seele baumeln zu lassen, tief durch zu atmen. Das braucht der Mensch – über alle Glaubensgrenzen hinweg. Das braucht unsere Gesellschaft. Am besten wäre dieser Tag ein richtiger Feiertag.
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.

 

 

 


Willkommen! Social Media Wort zum SonntagSpenden NewsletterGottesdienste Terminkalender PROtestant Kirchengemeinden