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das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Wertvolle Grüße zum großen Fest

„Frohe Winterzeit“ steht in dicken Buchstaben auf der Karte, mehrsprachig. Tanne im Schnee ist das Motiv. Modern, vielleicht ein wenig schmucklos wirkt sie auf den ersten Blick...

Auf den zweiten Blick entdecke ich den Zusatz: „Gesegnete Weihnachten“ hat mein Freund handschriftlich unter den Baum geschrieben.
Er habe sich 20 Karten von seiner Firmenleitung kommen lassen, erzählt mein Freund fröhlich, und alle mit dem kleinen weihnachtlichen Zusatz versehen. „Wir wollen ja nicht vergessen, warum wir uns in diesen Tagen alles Gute wünschen, nicht wahr.“
Sein Unternehmen wird gute Gründe haben, warum sie die Grußbotschaften dieses Mal jahreszeitlich gestaltet hat. Vielleicht hat sie beim Auswerten der Steuerkarten festgestellt, dass schon lange nicht mehr alle Mitarbeiter einer christlichen Kirche angehören. Vielleicht war es auch die Angst, wichtige Geschäftspartner in Fernost oder im Mittleren Orient mit biblischen Sentenzen zu irritieren oder gar zu verschrecken.
Meinem Freund waren diese Überlegungen zweitrangig. Bei ihm wurde die Winterkarte wieder zur Weihnachtskarte. „Ob und wie man Weihnachten feiert, ist ja keine Entscheidung der Firmenleitung, sondern immer noch eine sehr persönliche“, sagt er.
Viele tausend Winterbaum-Grußkarten hat die Firma drucken lassen. Sie reisen nun aus einem leider unverändert schneelosen Rheinland in die weite Welt. 20 von ihnen – und wer weiß, vielleicht sind es sogar noch mehr – tragen persönliche weihnachtliche Segenswünsche mit sich. Sie sind, wie ich finde, ganz besonders wertvolle.
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.

 

 

 


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