Logo EKiR
Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Suche um Anerkennung

Der Mensch braucht Anerkennung. Jeder. Psychologen haben herausgefunden, dass ein Mensch drei Viertel seiner Kräfte darauf verwendet, Anerkennung bei anderen zu erwerben...

... Ob sich das so genau beziffern lässt, könnte man diskutieren. Doch die Tendenz erscheint mir richtig. Selbst von Jesus wird erzählt, dass er in seiner Vaterstadt Nazareth kaum Wunder tun konnte. „Bist du nicht der Sohn des Josef, des Zimmermanns?“ fragten ihn die Menschen. Sie wollten nicht glauben, dass ein Handwerker auf einmal die Macht hat, Wunder zu tun, geschweige denn Gottes Sohn zu sein.
Es ist die Erfahrung: Da, wo kein Zutrauen ist, verändert sich nichts. „Bleib, was du bist“, haben die Leute in Nazareth damals zu Jesus gesagt und im Grunde gemeint: Bleibe, was wir denken, was du bist: eben Zimmermann.
Jesus musste um Anerkennung kämpfen. Bis zuletzt in Jerusalem, wo er die Händler mit viel Getöse aus dem Tempel vertrieben hat. Es scheint: Um Anerkennung zu bekommen, muss man schon mal über die Stränge schlagen. – Fragen Sie nur mal einen Jugendlichen.
Jesus hat seinen Weg gesucht und dabei Nazareth, sein Elternhaus, verlassen müssen. Seine Erfahrungen sind für mich eine Mahnung, mit Anerkennung in meinem persönlichen Umfeld etwas freigiebiger zu sein. Jesus konnte seinen Weg aber auch deshalb meistern, weil er wusste: Bei Gott muss ich nicht um Anerkennung kämpfen. Gott hat Vertrauen zu mir wie zu jedem Menschen. Er traut mir meinen eigenen Weg zu und begleitet ihn mit seinem Segen.
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: http://www.rundschau-online.de/.

 

 

 


Willkommen! Social Media Wort zum SonntagSpenden NewsletterGottesdienste Terminkalender PROtestant Kirchengemeinden