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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Zeit schenken

Wer keine Zeit hat, ist auf der Flucht. So wirkt es zumindest oft und ein typisches Beispiel ist der geschäftige Manager, ständig unterwegs, das Ohr am Handy und mit den Gedanken immer schon mehrere Schritte voraus...

Man begegnet diesem „zeitlosen“ Typus Mensch aber auch ganz alltäglich. Im Hausflur hechtet er an einem vorbei. Ein kurzer Gruß und ein „`Tschuldigung, ich habe keine Zeit“. Auch im Supermarkt an der Kasse „Kann ich mal gerade vor, ich hab´s leider wahnsinnig eilig.“ Oder auf der Party, wenn er als letzter kommt und als erster wieder geht, denn „sorry, ich habe noch so viel zu tun.“
Es gibt immer gute Gründe, keine Zeit zu haben. Der Mensch ist eben dauernd auf dem Sprung. Dafür muss man kein Manager sein.
Doch es geht auch anders: Jesus hat sich Zeit genommen. Und das bewusst und zwar für seine Mitmenschen. Vielleicht hat er allein schon dadurch manches Wunder bewirkt. Manchen Lahmen zum Gehen gebracht. Manchen am Boden Liegenden wieder aufgerichtet. Er hat einfach zugehört. Er hat nachgefragt. Manchmal hat er minutenlang schweigsam am Boden gehockt neben einem, den schon lange niemand mehr im Blick hatte. Geteilte Zeit scheint heilende Wirkung zu haben.
Wir stehen am Anfang der Passionszeit. Sie ist die Zeit für Veränderungen. Eine heilsame Veränderung könnte sein, sich endlich mal Zeit zu nehmen für das, was im Leben wirklich wichtig ist. Anderen Menschen Zeit zu schenken zum Beispiel. Und sich selbst übrigens auch.
Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.

 

 

 


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