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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Gut versichert?

Ich bin gut versichert. Manchmal sogar ein wenig viel, wie mir scheint, Reiserücktritt und Autopannendienst habe ich mehrfach abgeschlossen, ist mir jetzt aufgefallen. Damit bin ich im guten Durchschnitt.

Mit welchem Reichtum, mit wie viel Geld sichert der Mensch sein Lebensheil? Das war auch eine große Frage zur Zeit Martin Luthers (Foto: Gerhardt/Pohl)

Mit welchem Reichtum, mit wie viel Geld sichert der Mensch sein Lebensheil? Das war auch eine große Frage zur Zeit Martin Luthers (Foto: Gerhardt/Pohl)

Denn die Deutschen liegen weltweit bei Versicherungen ganz weit oben und sie sind bereit, viel Geld dafür zu zahlen.

Keine Frage: Geld macht das Leben sicherer. Allerdings verändert es auch den Blick. Wer meint, sich mit Geld und immer mehr Geld sein Seelenheil zu sichern, ist auf einem trügerischen Weg. Die Bibel macht diese Erfahrung zum Thema in vielen Geschichten: Zum Beispiel in der vom reichen Kornbauer, der sich immer neue Scheunen baut, um seinen Reichtum zu bunkern, als seine Art von Lebensversicherung, und dem über Nacht der Tod alles nimmt.

In der Bibel fällt auf, dass die Reichen keine Namen haben. Der arme Lazarus, der von den Krümeln vom Tisch des Reichen lebt, ist persönlich bekannt. Der Reiche bleibt unkenntlich. Daraus lese ich die Botschaft: Mit Reichtum alleine machst Du dir keinen Namen und gibst deinem Leben keinen nachhaltigen Sinn. Erst, wenn Du teilst, was du hast, ändert sich dein Leben im guten Sinn und das heißt, biblisch gesehen, da bleibt etwas bewahrt bis in Ewigkeit.

Der Reiche, der nur für sich selbst sorgt, erscheint in der Bibel oft als einsamer Selbstversicherer. Jesus sagt ihm: Du sicherst dein Leben nicht durch Versicherungen, sondern weil du angesehen bist, weil du geliebt bist von Gott. Im Lukasevangelium (Kapitel 12) folgt auf das Gleichnis vom reichen Kornbauern Jesu Wort über die Sorglosigkeit: „Sorget nicht! Seht die Vögel im Himmel. Sie säen und ernten nicht und ihr himmlischer Vater ernährt sie doch.“

Ich werde jetzt nicht alle meine Versicherungen kündigen, aber ich möchte mir diesen Blick aufs Leben erhalten. Ich wünsche mir immer wieder neu die Erfahrung, dass mein Leben reich wird, wo ich teile. Und dass ich Vertrauen haben kann, dass Gott mir schon gibt, was ich zum Leben brauche. 
Joachim Gerhardt

ekir-bn-gerhardt

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Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

14.10.2017


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