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Das aktuelle „Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Barmherzig 2021

Was gibt dem Leben neue Kraft? Hinter allen guten Vorsätzen, Hoffnungen und Sehnsüchten zum neuen Jahr steht diese Frage.

Was hoffe ich? Was wünsche ich mir für mein Leben? – Das Nachdenken über Barmherzigkeit führt einen auch zu Gott (Foto aus dem Kolumba Museum Köln: Gerhardt)

Was hoffe ich? Was wünsche ich mir für mein Leben? – Das Nachdenken über Barmherzigkeit führt einen auch zu Gott (Foto aus dem Kolumba Museum Köln: Gerhardt)

Das biblische Leitwort, die „Jahreslosung“ für 2021 bietet eine Antwort: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Ein großer Satz. Er stammt von Jesus und richtet sich an seine Jünger und alle Menschen, die ihrem Leben eine neue Perspektive geben wollen.

 

Barmherzig sein – klingt gut, ist aber schwer. Sogar so schwer, dass die Theologie schon mal lehrte, dass wirklich barmherzig eigentlich nur Gott selbst sein könne. Aber ich möchte widersprechen. Zeigen wir nicht in der Coronakrise, dass wir gewaltige wirtschaftliche und persönliche Einschränkungen im Kauf nehmen, um vor allem Ältere und Schwache zu schützen. Barmherzig sein, das heißt doch das Leid des anderen sehen und mitfühlen und nicht nur den eigenen Vorteil bedenken.

 

Barmherzigkeit hat auch mit Nachsicht zu: Dem anderen seinen Fehler nicht ständig vorzurechnen, sondern sie auch mal herzlich zu übersehen. Wichtig, jetzt, wo wir alle viel Zeit im Kreis der Familie verbringen.

 

Barmherzigkeit mag eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes sein. Sie macht den Menschen aber auch erst zum Menschen. Darum ist der Satz Jesu (Lukasevangelium 6, Vers 23) keine Überforderung, sondern eine tolle Lebenserfahrung wie Verheißung zugleich. Dort, wo ich mich von meinem Herzen habe leiten lassen, werde ich mich an viele positive Dinge erinnern können. Dort wo ich spüre, dass mein Leben eng und schwermütig wird, macht Barmherzigkeit vieles leichter. Für den anderen, dem ich Gutes tue auf jeden Fall. Aber und auch für mich selbst – und wenn ich nur lerne, auch mit mir selbst und den eigenen Ansprüchen ein wenig barmherziger zu sein.

 

Barmherzig sein. Es ist einfacher als gedacht. Und für mich der schönste Vorsatz für dieses Jahr.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau

Kölnische/Bonner Rundschau

Geistlicher Impuls zum Sonntag

 

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das „Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: http://www.rundschau-online.de

02.01.2021


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