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Das aktuelle „Wort zum Sonntag“ aus der Rundschau:

​​​​​​​Meine jüdischen Wurzeln

Nur wer Kontakt zu seinen Wurzeln hat, kann Frucht tragen. Diese botanische Weisheit gilt auch für die Religion. Ich denke an meine eigene Religion und seine Entstehung aus dem Judentum.

Gemeinsam unterwegs: durch Köln fährt dieses Jahr sogar eine Bahn der KVB zum Jubiläum unter dem Motto „Schalömchen" (Foto: Verein 321)

Gemeinsam unterwegs: durch Köln fährt dieses Jahr sogar eine Bahn der KVB zum Jubiläum unter dem Motto „Schalömchen" (Foto: Verein 321)

Mich daran zu erinnern ist mir wichtig, gerade jetzt zum Auftakt des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Denn es hat in 2000 Jahre Kirchengeschichte viele, irrsinnige Versuche gegeben, diese Wurzeln zu kappen. Von der frühen Kirche und dem Versuch, das Alte Testament aus dem christlichen Kanon zu entfernen, bis zur Barbarei der „Deutschen Christen“ unter den Nazis, die mit ihrem Antisemitismus den Holocaust entscheidend mitzuverantworten haben.

 

Jesus war Jude und hat selbstverständlich sein Leben immer vor dem Hintergrund der Weissagungen und Gebote aus der hebräischen Bibel verstanden. Mit zwölf Jahren sitzt er im Tempel, mitten unten den Gelehrten, berichtet der Evangelist Lukas (Kapitel 2). Nicht um zu lehren, wie das manche christlichen Stimmen später auslegt haben, sondern um zuzuhören, heißt es ausdrücklich. Aus diesem Zuhören hat Jesus eigenen Gedanken entwickelt und ein Leben lang das Gespräch mit seinen jüdischen Lehrern und Zeitgenossen gesucht. Spannend, auch kontrovers, doch immer in dem Bewusstsein: Ich weiß, aus welchen geistlichen Quellen ich schöpfe.

 

Nicht im Besserwissen, sondern in der Begegnung wächst das Leben. Nicht im Dozieren, sondern im Zuhören reift der eigene Glaube. Ich freue mich auf dieses bundesweite Festjahr, das in Köln mit der ersten urkundlichen Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Europa nördlich der Alpen im Jahr 321 seinen Ausgang nimmt. Ein Jahr, das zum fröhlichen Miteinander und zum Nachspüren eigener religiöser Identität geradezu einlädt.

Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau

Kölnische/Bonner Rundschau

Geistlicher Impuls zum Sonntag

 

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das „Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

 

Alle Informationen rund um das Festjahr sind auf der Homepage www.2021JLID.de zu finden – und auf den Sozialen Kanälen.

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23.01.2021


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