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Das aktuelle „Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Alles anders

Die Antike verherrlichte den glänzenden Sieger, den Herrscher. Viele Kaiser ließen sich als Söhne der Götter verehren.

Das Kreuz: Anstoß und immer wieder Anlass zur Erklärung,doch verbunden mit einer lebenswichtigen Botschaft (Szene aus derJohannespassion in der Bonner Kreuzkirche/ Foto: J.Gerhardt)

Das Kreuz: Anstoß und immer wieder Anlass zur Erklärung,doch verbunden mit einer lebenswichtigen Botschaft (Szene aus derJohannespassion in der Bonner Kreuzkirche/ Foto: J.Gerhardt)

Das, was die Christen dagegen lehrten und glaubten, das klang da ganz anders. Es war das volle Gegenprogramm. Der am Kreuz hängt, ist nicht gescheitert, nicht verflucht. Das Gründungsereignis des christlichen Glaubens dreht alles um.

Der Glaube an Jesus Christus heiligt die ohne Macht, die ihre Liebe geben, die sich selbst geben für andere. Besonders deutlich wird diese so andere Sicht auf das Leben durch die poetischen Seligpreisungen in der Bergpredigt (Matthäus-Evangelium, Kapitel 5) „Selig sind, die da Leid tragen. Selig sind, die verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich“, heißt es dort. Das Verfluchte wird heilig, das Niedere erhaben.

Damit öffnet der Glaube für das Leben auch in schweren Zeiten eine andere Dimension. Gibt einen viel weiteren Horizont: Auch in der Krise, im Abgrund lässt sich etwas erkennen, was Sinn gibt. Eine Art Gegensinn. Auch gegen alle Resignation, die nur allzu menschlich und normal ist.

Alles hat einen Sinn. Anders als ich das im Augenblick erkennen kann, glauben möchte. Das erleben Menschen, die sich mit einer unklaren Diagnose, einer schweren Krankheit auseinandersetzen müssen. Das erfahren Menschen, die trauern und Abschied nehmen müssen. Maßstäbe verschieben sich. Neue Dinge werden auf einmal wichtig und wertvoll.

Der christliche Glaube verherrlicht nicht den Tod. Das wäre ein ganz großes Missverständnis. Aber der Glaube gibt dem Menschen Kraft in der Not zu bestehen. Gott lässt dich nicht allein. Selig wird, wer sich diesem Zuspruch öffnet.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau

Kölnische/Bonner Rundschau

Geistlicher Impuls zum Sonntag

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das „Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

19.09.2020


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