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Das aktuelle „Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Wie geht es Dir?

In der Krise rufen die Menschen nach Machern, nach schnellen, klaren Antworten. Verständlich. Ich nehme mich da gar nicht aus. Doch wenn die Coronapandemie eines lehrt, dann das:

Das Leben ist aktuell ziemlich steinig. Und doch kann daraus auch Hoffnung und Zuversicht wachsen – am besten im Gespräch miteinander, was Menschen gerade bewegt, berührt, belastet (Foto Inselkirche Fehmarn: J. Gerhardt)

Das Leben ist aktuell ziemlich steinig. Und doch kann daraus auch Hoffnung und Zuversicht wachsen – am besten im Gespräch miteinander, was Menschen gerade bewegt, berührt, belastet (Foto Inselkirche Fehmarn: J. Gerhardt)

Wie schwer das ist und die nächsten Monate wohl auch bleiben wird. Mir sind die lauten Stimmen, die meinen, sie wüssten die rechten Antworten, in diesen Wochen daher ganz besonders suspekt.

Was ich mir viel mehr wünsche, das ist mehr Zeit und Raum für Fragen: Wie geht es Dir damit, dass Du gerade Angst um Deine Gesundheit hast? Angst um den Job, um die Lebensplanung mit Familie und Kindern? Wie geht es Menschen, die ihre Lieben über Monate nur auf Abstand besucht, kaum gesehen, nicht berührt haben? Ich möchte von Pflegekräften, Hospizhelfern und Klinikseelsorgern und ihren Erfahrungen hören, die sich trotz harter Abstandsregeln und höchst aufwändiger Hygienebestimmungen unverdrossen um Kranke und Sterbende kümmern und dabei große persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Jesus fragt den Kranken: „Was brauchst Du, das ich Dir tun kann?“ (Markus Kap, 10, Vers 51) Also nicht: Ich habe die Lösung und sage dir, was für dich gut ist. Sondern ich frage nach, was wirklich Not tut. Das ist ein wichtiger Unterschied und das kommt mir gerade zu kurz. Nachfragen, erzählen lassen, gut zuhören. Das ist bei Jesus der erste Schritt zur Heilung, der erste Schritt für womöglich Wunderbares auf seinen Spuren.

 „Was brauchst Du?“, „Wie geht es Dir?“ Einfacher kann man nicht fragen. Wir sind gut beraten in unserer Gesellschaft, uns für diese Fragen gerade in dieser unklaren Zeit mehr Zeit zu nehmen.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau

Kölnische/Bonner Rundschau

Geistlicher Impuls zum Sonntag

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

29.08.2020


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