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Das aktuelle „Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Aus Liebe

„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ In diesem Satz des Vaters gipfelt die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ in der Bibel. Es ist toll, wenn eine schwierige Familiengeschichte so heilt, dass nach Jahren der Entfremdung und Distanz ein Vater einen solchen Satz sagen kann.

Auch eine geöffnete Kirche trägt etwas von der Botschaft der Geschichte vom verlorenen Sohn (Foto: J. Gerhardt)

Auch eine geöffnete Kirche trägt etwas von der Botschaft der Geschichte vom verlorenen Sohn (Foto: J. Gerhardt)

Die Story: Der jüngere Sohn hatte sich seinen Erbteil auszahlen lassen, um einen eigenen Weg zu gehen. Ein normaler Schritt, der ältere Bruder blieb auf dem Hof zurück. Doch es läuft anders als geplant. Der Sohn scheitert, alles Geld ist weg und er muss reumütig zurückkehren. Gut, wenn dann eine Tür offensteht. Und wenn keiner fragt: Was willst Du noch hier!

„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ Die ist die größte Verheißung des christlichen Glaubens: Auferstehung. Sie kann bereits mitten im Leben beginnen. Davon erzählt die Geschichte vom „Verlorenen Sohn“. Auferstehen nach einer Krise, nach einer schweren Krankheit, einer gescheiterten Beziehung, auf einem Lebensweg, auf dem ich irgendwann falsch abgebogen bin ...

Der Vater an der offenen Tür steht für Gott, der jeden Menschen ohne Vorbehalt empfängt, ohne Voraussetzung. Einfach aus Liebe. Der Vater steht sogar schon an der Tür, erzählt die Bibel, und hält Ausschau, damit er da ist, wenn der Sohn vielleicht wiederkommt.

Eigentlich müsste die Geschichte heißen „Vom liebenden Vater“. Sie ist eine Vorbildgeschichte für uns. Die Wege des Lebens laufen nicht geradeaus. Darum sind Menschen wichtig, die andere nicht aufgeben. Die Türen offenhalten, wo andere denken, da geht nichts mehr. Aus Liebe zum Menschen, aus Liebe zu Leben.
Joachim Gerhardt

Zum Nachlesen: Gleichnis vom Verlorenen Sohn im Lukas-Evangelium Kapitel 15.

Kölnische/Bonner Rundschau

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Geistlicher Impuls zum Sonntag

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

08.08.2020


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